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Ausbau Hochwasserschutz in Neckartailfingen (Landkreis Esslingen)
Hochwasserschutzeinrichtungen auf der linken Neckarseite fertig gestellt
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Das Regierungspräsidium Stuttgart und die Gemeinde Neckartailfingen haben ihre Arbeiten zur Ertüchtigung der Hochwasserschutzeinrichtungen auf der linken Neckarseite abgeschlossen. Die Maßnahmen zur Abdichtung des Straßentunnels der B 297 entlang des Neckars sind ebenfalls fertig gestellt.
Die gesamte Hochwasserschutzmaßnahme sah vor, die Schutzmauer der B 297 im Bereich der Wanne in Richtung Tübingen und über dem Tunnel auf einer Länge von 525 Metern um bis zu 75 Zentimeter zu erhöhen. Die Hochwasserschutzeinrichtungen haben das Ziel, den auf der linken Neckarseite liegenden Ortsteil von Neckartailfingen besser gegen ein hundertjährliches Hochwasser (HQ100) einschließlich eines prognostizierten Klimazuschlags von 15 Prozent zu schützen. Der Klimazuschlag basiert auf Einschätzungen von Klimaforschern und Hydrologen, wonach durch Klimaveränderungen künftig bei großen Hochwasserabflüssen mit einem 15 Prozent höheren Abflussvolumen in dieser Region zu rechnen ist.
Regierungspräsidentin Susanne Bay betonte: „Hochwasserschutz ist eine Aufgabe, die uns alle gleichermaßen betrifft. Mit den nun umgesetzten Maßnahmen in Neckartailfingen wurde ein wichtiger Teil eines nachhaltigen und zukunftsfähigen Hochwasserschutzes abgeschlossen, der die Sicherheit der Menschen vor Ort langfristig stärkt. Gleichzeitig bleibt entscheidend, dass ein vollständiger Schutz vor Hochwasser nicht möglich ist. Umso wichtiger ist es, dass auch Bürgerinnen und Bürger durch eigene Vorsorgemaßnahmen zur Risikominimierung beitragen.“
Ein erster, kleinerer Bauabschnitt wurde bereits im Jahr 2024 an der Feldwegunterführung der B 294 im Süden von Neckartailfingen durchgeführt und abgeschlossen. In diesem Bereich gab es bis zu diesem Zeitpunkt nur einen circa 50-jährlichen Hochwasserschutz.
Der jetzt fertiggestellte zweite Bauabschnitt entlang der B 297 wurde im August 2025 mit der halbseitigen Sperrung des Straßentunnels begonnen. Zunächst wurde die Tunneleinfahrt aus Richtung Tübingen um 40 bis 50 Zentimeter erhöht. Die Arbeiten konnten im November 2025 abgeschlossen werden. Seither wurde an der Erhöhung der Hochwasserschutzwand über dem Straßentunnel gearbeitet. Parallel zu den Arbeiten am Hochwasserschutz wurden Abdichtungsmaßnahmen am Tunnel im Auftrag der Straßenbauverwaltung durchgeführt. Dazu mussten die Bauwerksfugen des Straßentunnels zwischen den einzelnen Bauwerksblöcken neu abgedichtet werden, um zu verhindern, dass im Falle eines Hochwassers Wasser in den Tunnel läuft. Daneben wurden drei Grundwassermessstellen im Bereich des Tunnels in den Untergrund gebohrt und ein Schieber zur bedarfsweisen Tunnelflutung eingebaut. Bei sehr hohen Neckarwasserständen besteht nämlich die Gefahr, dass der Straßentunnel durch die hohen Grundwasserstände aufschwimmt und beschädigt wird. Bei Hochwasser müssen die Grundwassermessstellen daher beobachtet und der Tunnel im Extremfall geflutet werden.
Bei der Planung der Hochwasserschutzeinrichtungen im Bereich der Stadthalle haben sich die Gemeinde und das Regierungspräsidium Stuttgart dazu entschieden, keine durchgehende Betonmauer entlang der Festhalle zu bauen. Dadurch konnte eine Sichtbeziehung zum gegenüberliegenden Neckarufer erhalten bleiben. In bestimmten Bereichen wurden daher mobile Elemente vorgesehen. Diese werden im Regelfall beim örtlichen Bauhof gelagert und von der freiwilligen Feuerwehr im Hochwasserfall an Ort und Stelle eingebaut.
Mit der Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts ist der links des Neckars liegende Ortsteil von Neckartailfingen jetzt besser gegen ein hundertjährliches Hochwasser geschützt.
Die beiden Bauabschnitte haben insgesamt circa 1,8 Millionen Euro gekostet. Der Gemeindeanteil beträgt insgesamt etwa 350.000 Euro. Der Differenzwert wird von der Straßenbauverwaltung und vom Land Baden-Württemberg getragen.
Ausblick
Das Regierungspräsidium und die Gemeinde beabsichtigen in den kommenden Jahren den Hochwasserschutz auf der rechten Neckarseite aufzurüsten. Dort ist die Ertüchtigung des Hochwasserschutzdamms entlang der Reutlinger Straße (Bauabschnitt 3) und des Neckars im Bereich der Gartenstraße (Bauabschnitt 4) fortzuführen und abzuschließen. Auch diese beiden Bereiche sollen auf das Schutzniveau HQ100 zuzüglich Klimazuschlag angehoben werden.
Dazu müssen zunächst die Planungsleistungen nach Durchführung einer EU-weiten Ausschreibung vergeben werden. Die dafür notwendige Kooperationsvereinbarung zwischen RPS und Gemeinde steht kurz vor der Unterzeichnung. Die anschließende Ausschreibung und Vergabe der Planungsleistungen erfolgen, sobald alle erforderlichen Haushaltsmittel zur Verfügung stehen.
Informationen zum Hochwasserschutz finden Sie auf dem gemeinsamen Themenportal der Regierungspräsidien Baden-Württemberg unter rp.baden-wuerttemberg.de > Umwelt > Wasser > Hochwasserschutz.
Einweihung der Hochwasserschutzmaßnahme in Neckartailfingen, Quelle: jeweils Gemeinde Neckartailfingen
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