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Hochwasserschutz Nürtingen-Zizishausen: Spatenstich zum Beginn der Bauarbeiten (Landkreis Esslingen)
Rund 10 Millionen Euro für den Hochwasserschutz
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Die Bauarbeiten am Hochwasserschutzdamm am Neckar in Zizishausen im Auftrag des Regierungspräsidiums Stuttgart und der Stadt Nürtingen haben begonnen. Heute fand der Spatenstich mit Regierungspräsidentin Susanne Bay und Nürtingens Oberbürgermeister Dr. Johannes Fridrich statt. Die Gesamtkosten für diesen Abschnitt liegen bei rund 10 Millionen Euro.
Das Regierungspräsidium Stuttgart (RPS) erneuert zusammen mit der Stadt Nürtingen die Hochwasserschutzdämme am Neckar, da in Nürtingen der Schutz gegen ein 100-jährliches Hochwasserereignis nicht gewährleistet ist. Die bestehenden Hochwasserschutz-Dämme werden von Fachleuten als nicht mehr standsicher und nicht hoch genug eingeschätzt. Damit die Dämme einem Hochwasser, das statistisch alle 100 Jahre wiederkehrt sowie den künftig höheren Wasserspiegellagen bei Hochwasserereignissen aufgrund des Klimawandels Stand halten, investieren das Land Baden-Württemberg und die Stadt Nürtingen rund zehn Millionen Euro in diesen Bereich. Mit den umfangreichen Arbeiten werden die Hochwasserschutzeinrichtungen im Bereich der Gewerbegebiete Zizishausen und Au auf den Stand der Technik gebracht. Das Land trägt rund 70 Prozent der Kosten, die Stadt rund 30 Prozent.
Regierungspräsidentin Susanne Bay sagte: „Hochwasserschutz wird immer wichtiger, gerade vor dem Hintergrund des fortschreitenden Klimawandels und den zunehmenden Extremwetterlagen. Daher investieren wir hier gemeinsam mit der Stadt Nürtingen, um Bevölkerung und Infrastruktur künftig besser vor Hochwasserereignissen zu schützen. Ich bedanke mich heute schon bei allen Beteiligten für ihren Einsatz.“
Nürtingens Oberbürgermeister Dr. Johannes Fridrich sagte: „Es ist gut und wichtig, dass die Arbeiten nun gestartet sind. Einerseits werden unsere Bürgerinnen und Bürger künftig im Falle einer Hochwasserlage besser geschützt, anderseits gibt es – etwa für Erweiterungsbauten – mehr Flexibilität für unsere Gewerbebetriebe und auch die Rettungswache der Malteser kann umgesetzt werden. Wir sind froh, dass wir gemeinsam mit dem Regierungspräsidium eine Lösung erarbeiten konnten, bei der so viele Bäume wie möglich erhalten werden. Auch bei der Gestaltung wurde auf die Wünsche der Stadt Nürtingen Rücksicht genommen, hierfür herzlichen Dank.“
Rückblick und Ausblick
Bevor nun die Bagger anrücken, wurden bereits im vergangenen Winter Rückschnittmaßnahmen durchgeführt, um den Baukorridor zugänglich zu machen. Im Frühling 2025 wurde an zwei Versuchsstellen der Einsatz eines auf beengte Verhältnisse spezialisierten Bauverfahrens (Pressversuche) erfolgreich getestet. Dadurch kann voraussichtlich eine breite Bautrasse vermieden werden. Trotz aller Bemühungen wird es zu zeitlich befristeten Verkehrseinschränkungen während der Arbeiten kommen, wofür wir um Verständnis bitten.
Die nun mit dem symbolischen Spatenstich begonnen Arbeiten sind vorgesehen bis Ende 2027/Anfang 2028. Die Ertüchtigung der HW-Schutzeinrichtungen in Nürtingen gliedern sich in sieben Bereiche. Nun werden im Bereich des Gewerbegebietes Zizishausen die ersten Abschnitte dieses Bereiches 1 saniert. Bei dem eingesetzten Bauverfahren wird eine Zementmischung in den Dammkörper eingefräst. Dadurch entsteht im Inneren des Damms eine Art Mauer. Diese wird künftig die Standsicherheit gewährleisten. Parallel dazu müssen Leitungen und Kanäle umverlegt werden. Unvermeidliche Querungen des Dammkörpers, beispielsweise durch Kanäle für die Siedlungsentwässerung, werden nach dem aktuellen Stand der Technik nachgebessert. So wird sichergestellt, dass das Hochwasser künftig nicht durch diese hindurch hinter den Damm gelangen kann. Für die Arbeiten ist es erforderlich, den Dammweg teilweise zu sperren. Eine Umleitung wird ausgeschildert.
Ab kommendem Jahr wird der Abschnitt zwischen Insel- und Hochwiesenbrücke saniert. Dort ist besonders wenig Platz. Die steilen Dämme werden hier mit Spundbohlen ertüchtigt. Diese werden von oben eingepresst. Dadurch wird ebenfalls für Standsicherheit der Dämme bei Hochwasser gesorgt. Die vielen Ver- und Entsorgungsleitungen der dortigen Kläranlage sind für die Fachleute bei der Planung und Umsetzung besonders herausfordernd. Viele Detaillösungen müssen erarbeitet und realisiert werden, um dem Hochwasser keine Schwachstellen im Damm zu bieten. Das RPS wird vor dem Start der Arbeiten in diesem Bereich nochmals per Medienmitteilung informieren.
Hintergrundinformationen:
Die Kosten für die Verbesserung des Hochwasserschutzes im Bereich 1 in Nürtingen liegen bei etwa 10 Millionen Euro. Rund 70 Prozent der Kosten trägt das Land Baden-Württemberg, 30 Prozent die Stadt Nürtingen.
Die umfangreichen Arbeiten werden nicht ohne zeitlich befristete Verkehrseinschränkungen durchgeführt werden können. Details dazu werden so früh wie möglich per Medienmitteilung bekannt gegeben. Land und Stadt bitten bereits heute um Verständnis.
Anlage:
Foto 1 (jpg) (Urheber: Stadt Nürtingen)
Foto 2 (jpg) (Urheber: Stadt Nürtingen)
Lageplan der sieben geplanten Bereiche in Nürtingen (pdf)