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Neue Informationstafeln im Naturschutzgebiet „Gerlinger Heide“ (Landkreise Ludwigsburg und Böblingen)
Besucherinnen und Besucher erfahren Wissenswertes über eine der wenigen Wacholderheiden im Landkreis Ludwigsburg
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Zum 35-jährigen Jubiläum des Naturschutzgebiets wurden die Informationstafeln erneuert. Die neuen Tafeln informieren über die Besonderheiten des Gebiets sowie über die Tier- und Pflanzenarten. Gleichzeitig geben sie Hinweise für einen naturverträglichen Besuch und tragen dazu bei, das Bewusstsein für den Schutz des sensiblen Lebensraums zu stärken.
Das Regierungspräsidium Stuttgart hat für das Naturschutzgebiet „Gerlinger Heide“ neue Informationstafeln gestaltet und gemeinsam mit der Stadt Gerlingen aufgestellt. Die bisherigen Tafeln stammten noch aus den 1990er-Jahren und entsprachen nicht dem aktuellen Stand. Die Tafeln wurden gestern (18. Juni 2026) vom Regierungspräsidium und der Stadt Gerlingen enthüllt.
Im Jahr des 35-jährigen Jubiläums des Naturschutzgebiets informieren die neuen Tafeln nun zeitgemäß über die Besonderheiten des Gebiets. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des Stadtrats sowie des Regierungspräsidiums enthüllte Gerlingens Bürgermeister Dirk Oestringer die neuen Tafeln und übergab sie damit der Öffentlichkeit.
Ulrike Möck, Referatsleiterin im Regierungspräsidium Stuttgart erklärte: „Die großformatigen Schautafeln im neuen Corporate Design des Landes Baden-Württemberg informieren über die Besonderheiten des Naturschutzgebiets und laden dazu ein, die Gerlinger Heide bewusst zu erleben.“ Gleichzeitig vermitteln sie Verhaltensregeln, die zum Schutz der Tier- und Pflanzenwelt notwendig sind.
Gerlingens Bürgermeister Dirk Oestringer betonte: „Die gute Erreichbarkeit, die schöne Aussicht und die attraktiven Spazierwege machen die Gerlinger Heide zu einem beliebten Naherholungsgebiet. Der hohe Besucherdruck führt jedoch auch zu Schäden an der Natur. Umso wichtiger ist es, Besucherinnen und Besucher über die Schutzwürdigkeit des Gebiets zu informieren und für einen respektvollen Umgang mit der dortigen Flora und Fauna zu sensibilisieren.“
Die Informationstafeln an den nordwestlichen und südöstlichen Zugängen zum Naturschutzgebiet stellen die Besonderheiten der Gerlinger Heide anschaulich dar. Besuchende erfahren, warum eine der letzten Wacholderheiden des Landkreises Ludwigsburg unter Naturschutz gestellt wurde, dass die Eigenart des Gebiets maßgeblich durch Schafbeweidung erhalten wird und welche besonderen Pflanzen und Tiere es hier gibt.
Beim anschließenden Rundgang durch das Naturschutzgebiet konnten sich die Teilnehmenden selbst ein Bild von der einzigartigen Landschaft machen. Die kleine Heide mit ihren lichten Kiefernwäldern und den Relikten eines ehemaligen Stubensandsteinbruchs vermittelt einen Eindruck vergangener Zeiten. Wacholder, Wildrosen und blühendes Grünland prägen das Landschaftsbild, bieten zahlreichen Insekten Nahrung und schaffen einen besonderen Naturraum in unmittelbarer Nähe zur Stadt.
Gleichzeitig wird deutlich, wie sensibel dieser Lebensraum ist. Trittbelastungen und Reifenspuren können die Vegetation nachhaltig schädigen, freilaufende Hunde Vogelbruten stören. Deshalb zeigen die Tafeln auf, von welchen Wegen aus der Naturgenuss möglich ist, ohne besonders sensible Bereiche zu beeinträchtigen.
Hintergrundinformationen
Die Gerlinger Heide liegt im äußersten Süden des Landkreises Ludwigsburg; ein schmaler Streifen gehört zu Leonberg im Landkreis Böblingen. Das Naturschutzgebiet wurde 1991 vom Regierungspräsidium Stuttgart auf einer Fläche von 15 Hektar ausgewiesen. Hintergrund war, dass die Heiden im Großraum Stuttgart durch die rasante Bebauung nahezu verlorengegangen waren. Kleine Reste wie die Gerlinger Heide sollen durch die Unterschutzstellung dauerhaft erhalten werden.
Das Gebiet ist Lebensraum und Rückzugsort von Tier- und Pflanzenarten, die an Wärme, Trockenheit und Nährstoffarmut angepasst sind, beispielsweise Frühlings-Fingerkraut, Weinbergs-Traubenhyazinthe und Karthäuser-Nelke. Mehr als 20 Vogelarten nutzen die Heide mit ihren Feldhecken und einzelnen alten Bäumen zur Nahrungssuche und zum Brüten, darunter Goldammer, Mönchsgrasmücke und Turmfalke. Zahlreiche Schmetterlinge, Wildbienen und Heuschrecken tragen zur großen Artenvielfalt bei.
Die Schafbeweidung, die schon seit weit über hundert Jahren im Gebiet praktiziert wird, ist eine Voraussetzung für die Erhaltung der Gerlinger Heide. Die Schafe fressen das Gras kurz und fördern den Aufwuchs blühender Kräuter. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Landschaftspflege und bereiten den Lebensraum für zahlreiche licht- und wärmebedürftige Pflanzen- und Tierarten.
Weitere Informationen zu Naturschutzgebieten sind auf dem gemeinsamen Themenportal der Regierungspräsidien Baden-Württemberg unter www.rp.baden-wuerttemberg.de > Umwelt > Naturschutzgebiete abrufbar.
Hinweise für Besuchende
Durch das Naturschutzgebiet verlaufen zahlreiche Wege – von asphaltierten Strecken bis zu Wiesenpfaden. Ruhebänke laden zur Rast ein. Gleichzeitig haben die hohen Besucherzahlen in einzelnen Bereichen bereits zu Schäden geführt: Die Trampelpfade werden mit Fahrrädern befahren, freilaufende Hunde beunruhigen die Schafherde und stören Vogelbruten.
Gerade im Naturschutzgebiet haben Natur und Weidetiere Vorrang. Die neuen Informationstafeln informieren deshalb auch darüber, was jeder Besuchende zum Schutz des Gebiets beitragen kann. So müssen Hunde an der kurzen Leine geführt werden; Hundekot ist aufzusammeln und in den dafür vorgesehenen Abfallbehältern zu entsorgen. Besucherinnen und Besucher müssen auf den Wegen bleiben und dürfen nur auf dem asphaltierten Weg Fahrrad fahren. Das Entsorgen von Abfällen in der Natur sowie das Entzünden von Feuer sind nicht gestattet.
Publikationen
Das Faltblatt „Naturschutzgebiet Gerlinger Heide“ wird derzeit neu bearbeitet. Restbestände der bisherigen Auflage sind über das Regierungspräsidium Stuttgart kostenlos erhältlich. Eine digitale Version des Faltblatts ist auf der Internetseite des Regierungspräsidiums Stuttgart unter Über uns > Abteilungen > Abteilung 5 Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Stuttgart > Falt- und Informationsblätter abrufbar.
Die neuen Informationstafeln im Naturschutzgebiet Gerlinger Heide (pdf)
Fotos:
Bild 1: Naturschutzgebiet Gerlinger Heide, Quelle: Ulrike Kreh
Bild 2: Enthüllung der Informationstafel mit Ulrike Möck und Bürgermeister Oestringer (jpg)
Bild 3: Enthüllungstermin der neuen Informationstafeln (jpg)
Bild 4: Schafe im Naturschutzgebiet Gerlinger Heide (jpg)
Bild 5: Schafe im Naturschutzgebiet Gerlinger Heide