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Kommunal

Wiedereinsetzung von Oberbürgermeister Frei (Landkreis Heilbronn)

Regierungspräsidentin Bay wünscht Oberbürgermeister Frei eine erfolgreiche Amtszeit

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Fensterfront eines Rathauses mit Schriftzug über der Tür

Heute Abend (4. Februar 2026) wurde Bad Rappenaus Oberbürgermeister Sebastian Frei feierlich in sein Amt wiedereingesetzt. Bei ihrer Ansprache gratulierte ihm Regierungspräsidentin Susanne Bay zu seiner Wiederwahl. Sie wünschte Frei eine erfolgreiche zweite Amtszeit. 

Gerne stellen wir Pressevertreterinnen und Pressevertretern Auszüge aus der Rede von Regierungspräsidentin Susanne Bay bei der heutigen Amtseinsetzung von Bad Rappenaus Oberbürgermeister Sebastian Frei zur Verfügung – es gilt das gesprochene Wort:

„Ich freue mich sehr, heute bei diesem besonderen Anlass, der Wiederverpflichtung von Ihnen, lieber Herr Oberbürgermeister Frei, dabei sein zu können. Dieser Moment ist weit mehr als ein formaler Akt, der in einer Stadt alle acht Jahre stattfindet. Er ist Ausdruck gelebter Demokratie und vor allem Ausdruck des großen Vertrauens, das Ihnen die Bürgerinnen und Bürger von Bad Rappenau entgegengebracht haben. 77,3 Prozent der Stimmen sprechen eine sehr klare Sprache!

Zugleich ist dieser Tag Ausdruck von Anerkennung und von gemeinsamer Verantwortung für die Zukunft der Stadt Bad Rappenau. Eine Verantwortung, die Sie gemeinsam mit dem Gemeinderat sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung und der engagierten Stadtgesellschaft tragen und gestalten – und das mit sichtbarem Engagement.

Sie haben in Ihrer ersten Amtszeit eindrucksvoll bewiesen, dass kommunale Führung heute vor allem eines verlangt: Nähe zu den Menschen, Verlässlichkeit im Handeln und den Mut, auch in schwierigen Zeiten Entscheidungen zu treffen. 

Die vergangenen Jahre waren geprägt - sowie unsere Zeit generell gerade geprägt ist – von außergewöhnlichen Herausforderungen – gesellschaftlich, wirtschaftlich und für unsere Umwelt. Ich denke dabei an die Pandemie, an den immer noch andauernden brutalen Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine mit all seinen Folgen oder ganz aktuell denke ich an die unberechenbaren Aktivitäten eines irrlichternden Präsidenten einer eigentlich befreundeten Großmacht, die unsere sowieso fragile Weltordnung in Turbulenzen bringen und unsere Wirtschaft ins Schwanken. Die Folgen all dieser Herausforderungen kommen schließlich auch auf kommunaler Ebene zusammen. Großer Respekt davor, mit welchem Engagement und mit welcher Sachlichkeit und mit welchem Durchhaltevermögen Sie diesen vielen Themen begegnet sind und noch begegnen.

Und Bad Rappenau wurde dabei in den vergangenen acht Jahren nicht nur gut verwaltet, sondern aktiv weiterentwickelt und gestaltet. Projekte wurden angestoßen und umgesetzt, Strukturen gestärkt und neue Perspektiven eröffnet. Beispielsweise die Sanierung und der Umbau von Grundschulen, der Ausbau der Kindertageseinrichtungen oder die großflächige Versorgung mit Glasfaser in der Stadt – ein wichtiger Schritt auf dem langen Weg der Digitalisierung. Oder auch der barrierefreie Umbau der Bushaltestellen in Bad Rappenau, den wir vom Regierungspräsidium mit über 500.000 Euro fördern konnten. Die Auswirkungen eines weiteren Großprojektes sind gerade sehr eindrücklich hier in der Stadt zu erkennen: Der Abriss- und geplante Neubau des RappSoDie-Bades. Und welchen Stellenwert ein Projekt „Bad“ in einer Stadt hat, welches selbiges im Namen trägt, liegt auf der Hand. Ganz oben auf der Agenda steht auch die ärztliche Versorgung im Kernort und in den Stadtteilen. 

Bei allen Herausforderungen wurde stets deutlich: Kommunalpolitik gelingt dann am besten, wenn sie im Dialog entsteht. Sie, lieber Herr Frei, haben diesen Dialog erfolgreich gesucht – mit dem Gemeinderat, mit der Verwaltung, mit den Bürgerinnen und Bürgern sowie mit Partnern auf Landes- und regionaler Ebene. Aus Sicht des Regierungspräsidiums kann ich sagen: Eine konstruktive und verlässliche Zusammenarbeit aller Akteure ist leider nicht selbstverständlich – aber sie ist die entscheidende Basis für das Vorankommen. Im Grunde geht es nur so. 

Ihre Wiederwahl und die heutige Wiederverpflichtung sind ein starkes Zeichen. Sie zeigen, dass Ihr Einsatz gesehen und geschätzt wird. Zugleich ist dieses erneute Vertrauen auch ein klarer Auftrag für die kommenden Jahre. Die zweite Amtszeit bietet die Möglichkeit, begonnene Entwicklungen konsequent fortzuführen und neue Schwerpunkte zu setzen – mit der Erfahrung der ersten Amtszeit und mit einem gewachsenen Netzwerk an Unterstützung.

In einer Zeit, in der sich gesellschaftliche Gräben vertiefen, in der Populismus und Ausgrenzung lauter werden, und in der der Ton in politischen wie alltäglichen Debatten oft verroht – da braucht es Persönlichkeiten, die Menschen zusammenbringen. Sie, lieber Herr Frei, sind eine solche Persönlichkeit. 

Dabei kann und wird man sich natürlich in der Sache nicht immer gleich einig sein. Es wird sicherlich und hoffentlich auch mal kontrovers und robust diskutiert, Diskussionen sind der Kern der Demokratie, aber dabei sollte immer mit Respekt für die Position der oder des anderen der Stadt Bestes gesucht werden in gemeinsamer Verantwortung für das große Ganze. Eine Stadtgesellschaft braucht eine Verwaltung und einen Gemeinderat, die sachorientiert und respektvoll miteinander und untereinander arbeiten. Denn die Aufgaben, die vor Ihnen und vor uns liegen, sind dauerhaft vielfältig und anspruchsvoll:

  • Die Verwaltungsmodernisierung ist auch in Bad Rappenau kein Selbstläufer. Sie bringt technische, organisatorische und kulturelle Veränderungen mit sich.
  • Die Digitalisierung ist kein Modethema, sondern eine strukturelle Aufgabe, die Prozesse, Dienstleistungen und das Selbstverständnis von Verwaltung grundlegend verändert.
  • Demografische und gesellschaftliche Veränderungen fordern neue Konzepte für Wohnen, Mobilität und soziale Teilhabe.
  • Gute Bildung für alle Alter ist ein zentraler Standortfaktor für unser Land und entscheidend für das Leben jedes einzelnen Menschen.
  • Die Haushaltslage gibt auch in Bad Rappenau einen engen Rahmen vor für die Aufgabenerfüllung.
  • Der gesellschaftliche Zusammenhalt muss in Zeiten der Umbrüche und Unsicherheiten bewusst gestärkt werden – durch Kommunikation, Transparenz, Beteiligung. Unsere Demokratie ist unter Druck. Wir müssen Sie verteidigen und uns aktive für Sie einsetzen.
  • Nachhaltigkeit und Klimaschutz müssen weiter strategisch verankert und operativ gelebt werden – in der Stadtentwicklung, im Verkehrsbereich, in der Energiepolitik: das Bekämpfen der Klimakrise ist die drängendste Herausforderung für die gesamte Menschheit.

Bei all diesen Themen braucht es eine Verständigung untereinander. Eine Verständigung darüber, in was für einer Gesellschaft, mit welchem gemeinsamen Bild von Zukunft wir mit all unserer Unterschiedlichkeit leben wollen. Verschiedene Bevölkerungsgruppen dürfen nicht allein in ihrem jeweiligen Milieu agieren, sondern Sie müssen miteinander kommunizieren. Und hier kommen wiederum Sie, lieber Herr Frei und die unmittelbare Wirksamkeit der Beschlüsse auf kommunaler Ebene für das direkte Lebensumfeld der Menschen ins Spiel. Als Oberbürgermeister sind Sie dabei auch als Vermittler gefragt, Sie gestalten an exponierter Stelle den Diskurs, die Tonlage und die Stimmung in der Stadtgesellschaft mit. 

Und auch bei inhaltlichen und politischen Differenzen, die es in einer vielfältigen Gesellschaft immer wieder gibt, sind Sie gefordert zu verbinden und auch vorhandene Gräben zu überwinden. Denn ganz gleich, welche Art von Herausforderung Sie, den Gemeinderat, die Stadtverwaltung, die Vereine und Gruppierungen, die Wirtschaft und – ganz wichtig - die Bürgerinnen und Bürgern – also die Stadtgesellschaft – erwartet, ist es entscheidend, dass sich die Stadtgesellschaft nicht auseinanderdividieren lässt.

Dass Sie das können, haben Sie bereits bewiesen. Daher bin ich überzeugt, dass Sie diesen Herausforderungen auch in Ihrer zweiten Amtszeit mit Augenmaß, Tatkraft und einem offenen Ohr begegnen werden. Ich weiß, dass Sie gerne joggen. Und als Läufer wissen Sie, dass es dabei Momente der Erschöpfung geben wird, Momente, in denen der Reflex sagt "Aufgeben", aber der Wille, das Ziel zu erreichen, treibt den Läufer weiter voran. Dafür wird es aber auch hoffentlich viele der Situationen geben, in denen Sie gleich den Schwung, die zweite Luft, die Kraft spüren, mit viel Freude die Weiterentwicklung der Stadt gemeinsam mit den andren Akteurinnen und Akteuren gestalten können. Auf Sie wartet also eine Marathonaufgabe, die Ausdauer, Ehrgeiz und ein tief verwurzeltes Pflichtgefühl erfordert und auch eine klare Vorstellung davon, welches Ziel Sie erreichen möchten.

Gestaltungswille und Krisenmanagement werden also weiter gleichermaßen gefragt sein und Sie werden dafür natürlich viele helfende Engagierte an Ihrer Seite brauchen. Diese werden Sie, so wünsche ich es Ihnen von Herzen, in der Stadt und in deren Umfeld weiterhin finden. 

Und Sie können dabei auch wie bisher auf die Unterstützung des Landes und des Regierungspräsidiums zählen. Im Regierungspräsidium sehen wir uns zum einen durchaus auch als Teil der kommunalen Familie, neben der Tatsache, dass wir auch Ihre Aufsicht sind. Dazu sind wir Bindeglied, ja auch Sprachrohr und Mittler zur Regierung hin. Wir haben also vielfältige Verflechtungen miteinander und meine Kolleg*innen und ich bieten Ihnen weiterhin wie bisher bei allen Themen eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit an. 

Als Oberbürgermeister in Baden-Württemberg hat Sie der Gesetzgeber historisch gewachsen für diese Ihre verantwortungsvolle Aufgabe mit besonders vielen Befugnissen ausgestattet. Sie haben mit acht Jahren eine sehr lange Amtsperiode zum Gestalten, in der Sie nicht abgewählt werden können. Im Gemeinderat haben Sie sowohl den Vorsitz, als auch ein Stimmrecht. Daneben sind Sie Chef der Verwaltung, in die sogenannten Geschäfte der laufenden Verwaltung darf Ihnen der Gemeinderat auch nicht hineinreden. Ihr Einfluss auf die Beschlussfassung des Gemeinderats ist also vielfältig. Im Zweifel können Sie gefassten Beschlüssen sogar widersprechen. Viel wichtiger als diese Machtfülle ist aus meiner Sicht aber die Breite der Aufgaben, die Vielfalt der Gestaltungsmöglichkeiten und auch die Verantwortung, die es mit sich bringt.

Lieber Herr Frei,

für all die bevorstehenden Herausforderungen und für all die Dinge, die Sie gerne mit den Bürgerinnen und Bürgern darüber hinaus noch gestalten möchten, wünsche ich Ihnen weiter viel Akzeptanz, viel Erfolg, viel Fingerspitzengefühl, viel Freude, Rückhalt in der Bevölkerung und gute, ehrliche Ratgeberinnen und Ratgeber, die Ihnen auch mal deutlich sagen, wenn ein Pferd quer im Stall steht. Ich wünsche Ihnen Gesundheit und die erforderliche Kraft zum Umsetzen gemeinsam mit einem Gemeinderat, bei dem Sie nie die Möglichkeit ziehen müssen, einem gefassten Beschluss zu widersprechen. Und ich wünsche Ihnen, dass Sie neben ihrer großen Aufgabe noch Luft und Muse haben für wunderbare Zeiten mit Ihrer Familie, für Spaziergänge mit Ihrem Hund, den ein oder anderen Lauf oder ein Tennismatch. Denn auch ein Oberbürgermeister ist ein Mensch.

Herzlichen Glückwunsch zur Wiederwahl!“

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