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Brücken

L 1100: Ersatzneubau der Murrbrücke bei Marbach am Neckar als Pilotprojekt (Landkreis Ludwigsburg)

Durchführung von Juni bis voraussichtlich Oktober 2026 / Informationsveranstaltung im Frühjahr 2026

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Das bild zeigt 5 Holzwürfel auf türkisfarbenem Hintergrund mit der Aufschrift INFO i

Der Ersatzneubau der Murrbrücke bei Marbach am Neckar startet Anfang Juni 2026. Der Neubau erfolgt entgegen früheren Planungen unter Vollsperrung. Durch die Nutzung von Fertigbauteilen kann die Bauzeit und Eingriff in den Naturraum deutlich reduziert werden. Die Bauarbeiten sollen bis Mitte Oktober 2026 abgeschlossen sein.

Das Regierungspräsidium Stuttgart (RPS) wird, wie bereits angekündigt, den Ersatzneubau der Murrbrücke bei Marbach am Neckar 2026 umsetzen. Entgegen den bisherigen Planungen erfolgt der Ersatzneubau unter Vollsperrung. Der Neubau der Brücke ist von Anfang Juni bis voraussichtlich Mitte Oktober 2026 geplant. Ab Ende Juli erfolgt die Vollsperrung.

Die Murrbrücke wurde 1956 errichtet. Sie weist altersbedingte Mängel an der Bausubstanz auf und enthält spannungsrisskorrosionsempfindlichem Spannstahl. Deshalb ist sie Teil des Brückenerhaltungsprogramms des Landes. In dessen erster Stufe werden bis 2030 im Regierungsbezirk Stuttgart 60 Brücken an Bundes- und Landesstraßen ersetzt.

„Zweieinhalb Monate statt zwei Jahre Bauzeit können ein neuer Maßstab werden, was technisch möglich gemacht werden kann. Wir setzen hier auf ein neues, sehr innovatives Modell für den Brückenbau. Wir beschleunigen bereits jetzt mit effizienten Sammelausschreibungen die Planung und verschlanken mit schnellen Verfahren für Ersatzneubauten. Damit setzen wir wichtige Instrumente in die Praxis um, die jetzt auch noch beim Bau selbst erweitert werden. Diese Effizienz ist auch notwendig: Mit dem Brückenerhaltungsprogramm bauen wir bis 2030 landesweit rund 180 Brücken neu und stärken damit gezielt unsere Infrastruktur“, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann. „Wir haben frühzeitig die Voraussetzungen geschaffen, um die 60 Brücken im Regierungsbezirk Stuttgart zügig umzusetzen. Die Murrbrücke ist dabei ein besonderes Pilotprojekt fürs Land – unsere erste Expressbrücke“, sagte Regierungspräsidentin Susanne Bay.

Bereits Mitte 2025 wurde die funktionale Ausschreibung der Planungs- und Bauleistung vergeben. Um die Leistungsfähigkeit des angrenzenden Knotenpunkts der L 1100 mit der L 1138 Richtung Benningen zu verbessern, wird die neue Brücke von bislang zwei auf vier Fahrstreifen verbreitert. Dabei wurde ursprünglich angedacht, neben der Bestandsbrücke zunächst eine neue Brückenhälfte mit zwei Fahrstreifen zu bauen.

Anschließend, so die ursprüngliche Planung, sollte die alte Murrbrücke abgebrochen und dort die zweite neue Brückenhälfte mit zwei Fahrstreifen errichtet werden. Nach diesem Planungsansatz sollte der gesamte Neubau unter halbseitiger Sperrung und weitestgehend unter Verkehr mit einzelnen Vollsperrungen innerhalb von etwa zwei Jahren umgesetzt werden.

Intensive Prüfungen und Abstimmungen erfolgt

>Im Zuge der Aufstellung der Planungen zum Neubau der Brücke durch die beauftragte Baufirma wurden insbesondere die Belange des Natur- und Hochwasserschutzes in enger Abstimmung mit allen Beteiligten geprüft. Die Ergebnisse dieser Abstimmungen flossen in die ersten Entwürfe zur Planung und Bauausführung für den Brückenneubau ein. Eine wesentliche Erkenntnis aus den natur- und umweltschutzfachlichen Untersuchungen war, dass ein konventioneller Abbruch und Neubau in der bis dahin angedachten Umsetzung mit Bau in paralleler Lage zu deutlichen größeren Eingriffen in Umwelt und Natur führen würden als bisher angenommen.

Auch wurde geprüft, wie sich durch den Einsatz von Fertigteilen beim Bau der Brücke, die in Anspruch zu nehmenden Flächen, die Bauzeit und damit auch die Eingriffe in den Naturraum reduzieren lassen. Ebenfalls in die weiteren Überlegungen mit einbezogen wurde die Variante „Abriss- und Neubau unter Vollsperrung“. Dabei hat die Baufirma ihre Erfahrungen mit dem Bau von Brücken in Fertigteilbauweise unter Vollsperrung – sogenannte Expressbrücken– eingebracht.

Die Untersuchungen und Abstimmungen zeigten: Der Neubau unter Vollsperrung mit einem hohen Anteil an Fertigteilen reduziert die Flächeninanspruchnahme erheblich und schont den Naturraum. Hinzukommt, dass sich die Bauzeit erheblich verkürzt – statt rund zwei Jahren werden nun nur rund 75 Tage benötigt. Zudem wären auch bei der ursprünglichen Planung zeitweise Vollsperrungen unvermeidbar gewesen.

„Der Einsatz von Brücken-Fertigteilelementen in diesem Umfang ist in Baden-Württemberg bislang einmalig. Wir sind stolz, dieses Pilotprojekt im Regierungsbezirk Stuttgart umzusetzen“, erklärte Bay.

Grober Bauablauf: Vollsperrung von rund 75 Tagen

Anfang Juni 2026 beginnen die Vorarbeiten für den Ersatzneubau der Murrbrücke. In dieser Zeit kann die Verkehrsverbindung Marbach - Murr weiterhin genutzt werden. Ab Ende Juli bis voraussichtlich Mitte Oktober 2026 wird der Abschnitt der L 1100 von der Oehlerkreuzung bis zur Einmündung der L 1138 für den Ersatzneubau der Murrbrücke für den Individualverkehr für 75 Tage voll gesperrt. Für die großräumige Umleitung wurden die beteiligten Stellen angehört. Hierzu fand eine Verkehrsbesprechung am vergangenen Freitag statt.

In den Sommerferien kann im voll gesperrten Bereich auch kein Busverkehr stattfinden. Für die Zeit nach den Sommerferien wird aktuell an Lösungen gearbeitet, um dem Busverkehr zeitnah, wenigstens in Teilen, die Durchfahrt an der Baustelle wieder zu ermöglichen. Sobald die hierfür erforderlichen Abstimmungen und Klärungen erfolgt sind, wird das RPS dazu informieren.

Am Sonntag, 15. Februar 2026, muss die L 1100 im Bereich der Murrbrücke zwischen 7:00 und 19:30 Uhr wegen Baumfällarbeiten voll gesperrt werden. Eine Umleitung wird eingerichtet. Die Baumfällarbeiten dienen dazu, dass später benötigte Baufeld freizumachen. Sie dürfen nur bis Ende Februar durchgeführt werden.

Insgesamt liegen die Kosten für den Ersatzneubau plus Anpassungen im Straßen- und Knotenpunktsbereich bei rund 9,5 Millionen Euro, die vom Land getragen werden.

Das RPS wird vor Beginn der Maßnahme in einer weiteren Medienmitteilung über die Details informieren. Das RPS ist sich der starken Beeinträchtigungen während der Vollsperrung bewusst und bittet um Verständnis der Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern während der Bauzeit.

Informationsveranstaltung für Bürgerinnen und Bürger

Um die vom Neubau unter Vollsperrung betroffenen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmen sowie Anwohnerinnen und Anwohner frühzeitig über den geplanten Ablauf der Maßnahme, die Vollsperrung und die Umleitung zu informieren, plant das RPS Ende April oder Anfang Mai eine öffentliche Informationsveranstaltung. Weitere Informationen dazu erfolgen rechtzeitig.

Aktuelle Informationen über Straßenbaustellen im Land können Interessierte auf der Internetseite der Straßenverkehrszentrale des Landes Baden-Württemberg abrufen. VerkehrsInfo BW gibt es auch als App(kostenlos und ohne Werbung).

Hintergrundinformationen:

Bei der Murrbrücke handelt es sich um eine Brücke mit spannungsrisskorrosionsempfindlichem Spannstahl. Daher wurden entsprechende Sicherheitsmaßnahmen bei diesen Brücken ergriffen und es wird Neubauten geben, vergleiche Medienmitteilung vom 19. Dezember 2024.

Im Oktober 2025 wurde das neue Brückenerhaltungsprogramm des Landes, Stufe I (2025-2030), vorgestellt, in dem die Modernisierung von rund 180 Brücken in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2030 enthalten ist, vergleiche Medienmitteilung vom 23. Oktober 2025. Hier wurde auch die Brücke über die Murr (L 1100) aufgenommen.

Umleitungspläne großräumige Vollsperrung
Ost-Umfahrung (pdf)
West-Umfahrung (pdf)

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