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Wiedereinsetzung von Oberbürgermeister Grimmer (Landkreis Schwäbisch Hall)
Regierungspräsidentin Bay wünscht Oberbürgermeister Grimmer eine erfolgreiche Amtszeit
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Heute Abend (6. Februar 2026) wurde Crailsheims Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer feierlich in sein Amt wiedereingesetzt. Bei ihrer Ansprache gratulierte ihm Regierungspräsidentin Susanne Bay zu seiner Wiederwahl. Sie wünschte Grimmer eine erfolgreiche zweite Amtszeit.
Gerne stellen wir Pressevertreterinnen und Pressevertretern Auszüge aus der Rede von Regierungspräsidentin Susanne Bay bei der heutigen Amtseinsetzung von Crailsheims Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer zur Verfügung – es gilt das gesprochene Wort:
„Es ist mir eine große Freude und Ehre, heute hier in Crailsheim zu sein und Ihnen, lieber Herr Dr. Grimmer zur erneuten Amtseinsetzung als Oberbürgermeister dieser Stadt ganz persönlich, aber auch im Namen des Landes ganz herzlich zu gratulieren.
Eine Amtseinsetzung ist immer mehr als ein formaler Akt. Sie ist ein Moment des Innehaltens, ein Moment der Rückschau – aber vor allem ein Moment des gemeinsamen Blicks nach vorn. Und sie ist Ausdruck von Vertrauen: dem Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Person, die sie an der Spitze ihrer Stadt wissen wollen. Lieber Herr Dr. Grimmer, die Menschen in Crailsheim haben Ihnen dieses Vertrauen erneut ausgesprochen. Und das mit über 85 Prozent Zustimmung – Chapeau!
Das ist – gerade hier in Crailsheim – keine Selbstverständlichkeit. Wiedergewählt wird nicht automatisch. Wiedergewählt wird, wer überzeugt, wer Verantwortung übernimmt, wer verlässlich ist und wer den Mut hat, auch in schwierigen Zeiten klare Entscheidungen zu treffen. Ihre Wiederwahl ist deshalb ein echt starkes Zeichen der Anerkennung für Ihre bisherige Arbeit und zugleich ein klarer Auftrag für die kommenden Jahre.
Als begeisterter Sportler und Läufer wissen Sie sehr genau, wann eine Ziellinie erreicht ist – und ebenso, wann ein neuer Lauf beginnt. Sie wissen also: Mit Ihrer Wiederwahl haben Sie keineswegs das Ziel erreicht. Vielmehr ist das erneute Vertrauen, das Ihnen die Wählerinnen und Wähler ausgesprochen haben, der Startschuss für eine neue Runde verantwortungsvoller Gestaltung, für Ausdauer, Orientierung und den langen Atem, den das Amt des Oberbürgermeisters erfordert. Und ich sehe Sie bestens gerüstet für die zweite Runde, die nun vor Ihnen liegt – in einer Stadt, die Sie als Ihre Heimatstadt und aus Ihrer ersten Amtszeit in all ihren Facetten kennengelernt haben.
Die vergangenen Jahre waren geprägt, sowie unsere Zeit generell gerade geprägt ist, von außergewöhnlichen Herausforderungen – gesellschaftlich, wirtschaftlich und für unsere Umwelt. Ich denke dabei an die Pandemie, an den immer noch andauernden brutalen Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine mit all seinen Folgen oder ganz aktuell denke ich an die unberechenbaren Aktivitäten eines irrlichternden Präsidenten einer eigentlich befreundeten Großmacht, die unsere sowieso fragile Weltordnung in Turbulenzen bringen und unsere Wirtschaft ins Schwanken. Die Folgen all dieser Herausforderungen kommen schließlich auch auf kommunaler Ebene zusammen.
Sie haben Crailsheim also in bewegten Jahren geführt und nicht nur zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen Ihres Stadtteams gut verwaltet, sondern auch zentrale Projekte angestoßen und mit dem Gemeinderat und der Bürgerschaft vorangebracht: zum Beispiel die Weiterentwicklung des Bahnhofs und der Mobilitätsinfrastruktur, Investitionen in Schulen, Kinderbetreuung und Bildungseinrichtungen, die Stärkung der Innenstadt sowie wichtige Impulse für bezahlbaren Wohnraum und den sozialen Zusammenhalt. Sie kennen die Abläufe der Verwaltung ebenso wie die Perspektiven und Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger. Diese Erfahrung, verbunden mit anhaltendem Gestaltungswillen und Ausdauer, sind sehr gute Voraussetzungen für den Langstreckenlauf, der nun vor Ihnen liegt.
Dabei wird es auch auf der zweiten Runde Momente der Erschöpfung geben; Momente, in denen der Reflex sagt "Aufgeben", aber der Wille, das Ziel zu erreichen, treibt den Läufer weiter voran. Dafür wird es aber auch hoffentlich viele der Situationen geben, in denen Sie gleich den Schwung, die zweite Luft, die Kraft spüren, mit viel Freude die Weiterentwicklung der Stadt gemeinsam mit den andren Akteurinnen und Akteuren gestalten zu können. Auf Sie wartet also wieder eine Marathonaufgabe, die Ausdauer, Ehrgeiz und ein tief verwurzeltes Pflichtgefühl erfordert und auch eine klare Vorstellung davon, welches Ziel Sie erreichen möchten. Denn die Aufgaben, die vor Ihnen und vor uns liegen, sind dauerhaft vielfältig und anspruchsvoll:
- Die Verwaltungsmodernisierung ist auch in Crailsheim kein Selbstläufer. Sie bringt technische, organisatorische und kulturelle Veränderungen mit sich.
- Die Digitalisierung ist kein Modethema, sondern eine strukturelle Aufgabe, die Prozesse, Dienstleistungen und das Selbstverständnis von Verwaltung grundlegend verändert.
- Demografische und gesellschaftliche Veränderungen fordern neue Konzepte für Wohnen, Mobilität und soziale Teilhabe.
- Gute Bildung für alle Alter ist ein zentraler Standortfaktor für unser Land und entscheidend für das Leben jedes einzelnen Menschen.
- Die Haushaltslage gibt auch in Crailsheim einen engen Rahmen vor für die Aufgabenerfüllung.
- Der gesellschaftliche Zusammenhalt muss in Zeiten der Umbrüche und Unsicherheiten bewusst gestärkt werden – durch Kommunikation, Transparenz, Beteiligung. Unsere Demokratie ist unter Druck. Wir müssen Sie verteidigen und uns aktiv für Sie einsetzen.
- Nachhaltigkeit und Klimaschutz müssen weiter strategisch verankert und operativ gelebt werden – in der Stadtentwicklung, im Verkehrsbereich, in der Energiepolitik: das Bekämpfen der Klimakrise ist die drängendste Herausforderung für die gesamte Menschheit.
Aber ganz gleich, welche Art von Herausforderung Sie, den Gemeinderat, die Stadtverwaltung, die Vereine und Gruppierungen, die Wirtschaft und, ganz wichtig, die Bürgerinnen und Bürgern – also die Stadtgesellschaft, erwartet: Es ist entscheidend, dass sich die Stadtgesellschaft nicht auseinanderdividieren lässt.
Sie werden sich auch in Ihrer zweiten Amtszeit in der Sache nicht immer einig sein. Es wird sicherlich und hoffentlich auch mal kontrovers und robust diskutiert. Diskussionen sind der Kern der Demokratie, aber dabei sollte immer mit Respekt für die Position der oder des anderen der Stadt Bestes gesucht werden in gemeinsamer Verantwortung für das große Ganze. Bei allen Themen braucht es am Ende eine breite Verständigung. Eine Verständigung darüber, in was für einer Gesellschaft, mit welchem gemeinsamen Bild von Zukunft wir mit all unserer Unterschiedlichkeit leben wollen. Verschiedene Bevölkerungsgruppen dürfen nicht allein in ihrem jeweiligen Milieu agieren, sondern Sie müssen miteinander kommunizieren. Und hier kommen wiederum Sie, lieber Herr Dr. Grimmer, und die unmittelbare Wirksamkeit der Beschlüsse auf kommunaler Ebene für das direkte Lebensumfeld der Menschen ins Spiel. Als Oberbürgermeister sind Sie eben auch als Vermittler gefragt, Sie gestalten an exponierter Stelle den Diskurs, die Tonlage und die Stimmung in der Stadtgesellschaft mit. Und auch bei inhaltlichen und politischen Differenzen, die es in einer vielfältigen Gesellschaft immer wieder gibt, sind Sie gefordert zu verbinden und auch vorhandene Gräben zu überwinden.
Gestaltungswille und Krisenmanagement werden also weiter gleichermaßen gefragt sein und Sie werden dafür natürlich viele helfende Engagierte an Ihrer Seite brauchen. Diese werden Sie, so wünsche ich es Ihnen von Herzen, in der Stadt und in deren Umfeld weiterhin zahlreich finden. Und Sie können dabei auch wie bisher auf die Unterstützung des Landes und des Regierungspräsidiums zählen. Im Regierungspräsidium sehen wir uns zum einen durchaus auch als Teil der kommunalen Familie, neben der Tatsache, dass wir auch Ihre Aufsicht sind. Da hatten wir ja auch schon miteinander zu tun. Dazu sind wir Bindeglied, ja auch Sprachrohr und Mittler zur Regierung hin. Wir haben also vielfältige Verflechtungen miteinander und meine Kolleg*innen und ich bieten Ihnen weiterhin wie bisher bei allen Themen eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit an.
Und als Oberbürgermeister in Baden-Württemberg hat Sie der Gesetzgeber historisch gewachsen für diese Ihre verantwortungsvolle Aufgabe mit besonders vielen Befugnissen ausgestattet. Sie haben mit 8 Jahren eine sehr lange Amtsperiode zum Gestalten, in der Sie nicht abgewählt werden können. Im Gemeinderat haben Sie sowohl den Vorsitz, als auch ein Stimmrecht. Daneben sind Sie Chef der Verwaltung, in die sogenannten Geschäfte der laufenden Verwaltung darf Ihnen der Gemeinderat auch nicht hineinreden. Ihr Einfluss auf die Beschlussfassung des Gemeinderats ist also vielfältig. Im Zweifel können Sie gefassten Beschlüssen sogar widersprechen. Viel wichtiger als diese Machtfülle ist aus meiner Sicht aber die Breite der Aufgaben, die Vielfalt der Gestaltungsmöglichkeiten und auch die Verantwortung, die es mit sich bringt.
Lieber Herr Dr. Grimmer,
für all die bevorstehenden Herausforderungen und für all die Dinge, die Sie gerne mit den Bürgerinnen und Bürgern darüber hinaus noch gestalten möchten, wünsche ich Ihnen zum Wohle der Stadt Crailsheim weiter viel Akzeptanz, viel Erfolg, viel Fingerspitzengefühl, viel Freude, Rückhalt in der Bevölkerung und gute, ehrliche Ratgeberinnen und Ratgeber, die Ihnen auch mal deutlich sagen, wenn ein Pferd quer im Stall steht. Ich wünsche Ihnen Gesundheit und die erforderliche Kraft zum Umsetzen gemeinsam mit einem Gemeinderat, bei dem Sie am besten nicht mehr die Möglichkeit ziehen müssen, einem gefassten Beschluss zu widersprechen. Und ich wünsche Ihnen, dass Sie neben ihrer großen Aufgabe noch Luft und Muße haben für wunderbare Zeiten mit Ihrer Familie, den ein oder anderen Lauf oder was Sie sonst noch gerne machen möchten, denn auch ein Oberbürgermeister ist ein Mensch. Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Wiederwahl!“