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Abwasser

7,4 Millionen Euro Förderung für den Zweckverband Abwasserreinigung Oberes Bühlertal

Interkommunale Zusammenarbeit für die Zukunft der Abwasserreinigung

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v.l. Sven Maier, Geschäftsführer AZV Bühlertal, Florian Fallenbüchel, Bürgermeister der Gemeinde Bühlertann, Stephan Türke, Bürgermeister der Gemeinde Obersontheim, Regierungspräsidentin Susanne Bay, Martin Eberst, Stv. Bürgermeister Bühlerzell

Einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 7.405.600 Euro hat heute (7. August 2025) Regierungspräsidentin Susanne Bay an Stephan Türke, Verbandsvorsitzender des Zweckverband Abwasserbeseitigung Oberes Bühlertal, übergeben. Die Kläranlage Untersontheim wird saniert und erweitert. Fünf andere Anlagen können dadurch stillgelegt werden.

Mit der heutigen Übergabe (7. August 2025) des Zuwendungsbescheids startet für den Zweckverband Abwasserreinigung (ZVA) Oberes Bühlertal das, worauf schon vor der Gründung am 22. Februar 2022 hingearbeitet wurde. Ein Strukturgutachten, das 2019 vom Land mit 10.500 Euro gefördert wurde, zeigte, dass alle sechs Kläranlagen der drei Kommunen Bühlertann, Bühlerzell und Obersontheim erweiterungs- und sanierungsbedürftig sind.

„Eine Verbandsgründung zur interkommunalen Zusammenarbeit ist kein einfacher Schritt. Umso mehr freut es mich, dass ich ihre wertvolle Vorarbeit mit diesem Zuwendungsbescheid für den ersten Bauabschnitt belohnen darf. Die rund 7,4 Millionen Euro dienen dem Gewässerschutz und sind damit sehr sinnvoll investiert“, sagte Regierungspräsidentin Susanne Bay. „Im bundesweiten Vergleich steht das Land bei der Abwasserreinigung und der Regenwasserbehandlung sehr gut da. Das Ziel der Landesförderung ist es, die hohe Qualität in der Abwasserbehandlung zu erhalten und noch weiter zu verbessern.“

„Der heutige Tag ist ein Meilenstein für unsere Gemeinden und unsere Region. Diese Förderung ist ein starkes Signal der Unterstützung für kommunale Entwicklungen und ein klares Bekenntnis zur Zukunftsfähigkeit interkommunaler Zusammenarbeit“, erklärte der Obersontheimer Bürgermeister Stephan Türke. „Dieses Projekt ist ein Versprechen an die Bürgerinnen und Bürger für eine moderne und zukunftsorientierte Abwasserbehandlung im Bühlertal. Mein besonderer Dank gilt dem Regierungspräsidium und dem Landratsamt für die vertrauensvolle Zusammenarbeit sowie allen Beteiligten in den kommunalen Verwaltungen und im Zweckverband.“

Dieses Vorhaben ist ein wichtiger Meilenstein in der nachhaltigen Verbesserung der Abwasserinfrastruktur in der Region. Die Erweiterung umfasst in diesem geförderten Bauabschnitt für die biologische Reinigung den Neubau eines Belebungsbeckens mit dazugehöriger Gebläsestation. Diese biologische Reinigungsstufe nutzt Mikroorganismen und Luftsauerstoff, um im Abwasser gelöste organische Stoffe sowie Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphor abzubauen und so das Wasser auf natürliche Weise zu reinigen. Außerdem beinhaltet dieser Bauabschnitt den Neubau eines Betriebsgebäudes sowie die Errichtung eines neuen Zulaufkanals. Ziel des aus sechs Bauabschnitten bestehenden Gesamtprojekts ist es, die Kapazität der Kläranlage Untersontheim als Gemeinschaftskläranlage von 7.000 auf 18.000 Einwohnerwerte (EW) zu erhöhen und die Verbandsmitglieder anzuschließen. Der Begriff Einwohnerwert ist eine einheitliche Bemessungsgröße. Sie bildet die tägliche organische Abwasserbelastung einer Person ab – auch Industrie- und Gewerbeabwässer werden in entsprechende Einwohnerwerte umgerechnet. Durch den Anschluss der Verbandsmitglieder und der Stilllegung der fünf Kläranlagen in Bühlertann, Halden, Fronrot, Bühlerzell und Unterfischach wird die Abwasserbehandlung zukunftssicher gestaltet.

Hintergrundinformationen:

Informationen rund um das kommunale Abwasser finden Sie auf der gemeinsamen Internetseite der Regierungspräsidien Baden-Württemberg unter rp.baden-wuerttemberg.de Umwelt > Wasser > Kommunales Abwasser.

Ziel der Förderung nach den Förderrichtlinien Wasserwirtschaft (FrWw 2024) ist es, notwendige Vorhaben zur Sicherung der öffentlichen Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung zu fördern. Insbesondere um unzumutbare hohe Gebühren- und Beitragsbelastungen für die Bürgerinnen und Bürger zu vermeiden.

Landesweit stehen für das Programmjahr 2025 im Bereich „Kommunale Abwasserbeseitigung“ 96,2 Millionen Euro zur Verfügung.

Im Regierungsbezirk Stuttgart wurden für das Programmjahr 2025 insgesamt 93 Anträge gestellt. Der dafür erforderliche Bedarf an Mitteln liegt bei rund 94 Millionen Euro. Dem Regierungspräsidium Stuttgart wurden knapp 50,5 Millionen Euro zugewiesen. Das bedeutet, dass mehr als 50 Prozent des gemeldeten Bedarfs gedeckt werden kann. Aktuell können 28 Maßnahmen im Programmjahr 2025 gefördert werden.

Anlage:
Foto: Von links: Sven Maier, Geschäftsführer AZV Bühlertal, Florian Fallenbüchel, Bürgermeister der Gemeinde Bühlertann, Stephan Türke, Bürgermeister der Gemeinde Obersontheim, Regierungspräsidentin Susanne Bay, Martin Eberst, Stv. Bürgermeister Bühlerzell (Quelle: RP Stuttgart) (jpg)

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