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Heimatpflege

Ehrennadel 2025: Arbeitskreis Heimatpflege zeichnet ehrenamtliches Engagement im Regierungsbezirk Stuttgart aus

Regierungspräsidentin Bay: „Gelebte Kultur- und Traditionspflege als weltoffene Einladung zum Mitmachen an alle“

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Konrad Epple (MdL), Svea Betz (Reutlingen), Angelika Puritscher (Rutesheim), Karlheinz Arnau (Sindelfingen), Helmut Henzler (Ulm), Heike Krieg (Markgröningen), Sigrun von Strauch (Regierungsvizepräsidentin)

Heute Abend (28. Juli 2025) haben Regierungsvizepräsidentin Sigrun von Strauch und der Vorsitzende des Arbeitskreises Heimatpflege, Konrad Epple MdL, im Europasaal des Regierungspräsidiums Stuttgart die Ehrennadel des Arbeitskreises Heimatpfleg e. V. verliehen. Die geehrten Personen haben sich in besonderer Weise um die Heimatpflege verdient gemacht.

Regierungsvizepräsidentin Sigrun von Strauch und der Vorsitzende des Arbeitskreises Heimatpflege, Konrad Epple MdL, haben heute Abend (28. Juli 2025) die Ehrennadel des Arbeitskreises Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart e. V. verliehen. Geehrt wurden Personen, die sich in besonderer Weise um die Heimatpflege verdient gemacht haben. Die Veranstaltung fand im Europasaal des Regierungspräsidiums Stuttgart (RPS) in Stuttgart-Vaihingen statt.

Regierungspräsidentin Susanne Bay sagte anlässlich der Verleihung: „Mit Ihrer ehrenamtlichen Arbeit geben Sie ein lebendiges Beispiel dafür, wie man sein eigenes direktes Umfeld durch Engagement und Leidenschaft gestalten kann. Sie beweisen mit ihrem langjährigen und tatkräftigen Einsatz, dass es sich lohnt, sich für unser kulturelles Erbe einzusetzen. Die von Ihnen vorgelebte Kultur- und Traditionspflege ist eine weltoffene Einladung an alle, sich mit dem eigenen Umfeld auseinanderzusetzen – sich mit seiner Heimatstadt, mit seiner Region zu verbinden und so selbst ein aktiver Teil dessen zu werden was man als <Heimat> identifiziert. Man könnte es auch auf die kurze Formel bringen: Heimat entsteht erst da, wo man sich zum Mitmachen aufgerufen fühlt – und da ist es ganz egal wo man herkommt.“

In ihrer Rede betonte die Regierungsvizepräsidentin von Strauch, dass die Bereitschaft seine Kultur zu pflegen, unsere von großer Vielfalt geprägte Gesellschaft zusammenhält, sie formt und menschlich und lebenswert macht.

„So wird Heimat auch zu einem Fixpunkt für uns selbst und für die Integration von Menschen aus anderen Kulturkreisen in dieser immer größer werdenden Welt. Ehrenamtliche Arbeit in der Heimatpflege leistet dafür einen unentbehrlichen Beitrag“, sagte Regierungsvizepräsidentin Sigrun von Strauch beim Festakt für die fünf geehrten Personen.

Ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet

In diesem Jahr zeichnet der Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart e. V. zum 24. Mal Personen aus, die sich auf lokaler oder regionaler Ebene auf vielfältige Weise in der Heimatpflege besonders engagiert haben.

Regierungsvizepräsidentin Sigrun von Strauch betonte an dieser Stelle auch die grundsätzliche Bedeutung des Ehrenamts: „Ihre Arbeit steht für die kulturelle Vielfalt unserer Gesellschaft und ist ein wichtiger Bestandteil unserer kulturellen Identität. Denn Ihr Tun wirkt identitätsstiftend und dient der Vermittlung dessen, was Heimat bedeuten kann: Nähe, Überschaubarkeit, Stütze der eigenen Existenz, Halt im Auf und Ab der Geschichte und der Gegenwart, aber auch Basis und Orientierung“, bekräftigte Regierungsvizepräsidentin Sigrun von Strauch.

Die in diesem Jahr verliehene Auszeichnung erhielten:

Svea Betz (Reutlingen, Landkreis Reutlingen)
Heike Krieg (Markgröningen, Landkreis Ludwigsburg)
Angelika Puritscher (Rutesheim, Landkreis Böblingen)
Karlheinz Arnau (Sindelfingen, Landkreis Böblingen)
Helmut Henzler (Ulm, Stadtkreis Ulm).

„Es ist mir aber auch sehr wichtig, meinen Dank an die vielen in der Heimatpflege ehrenamtlich Engagierten auszusprechen, die wir heute nicht auszeichnen können. Ich möchte Sie alle ermutigen, Ihre Liebe zu unserer Heimat weiter zu pflegen und sich weiterhin zu engagieren.“, sagte Regierungsvizepräsidentin Sigrun von Strauch.

Weitere Informationen finden Sie beim Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart e. V.

Informationen zu den ausgezeichneten Personen

Svea Betz
ist von Kindesbeinen an im Volkstanz in ihrem Heimatort Neckartailfingen aktiv. Im dortigen Ortsverein des Schwäbischen Albvereins ist sie seit 1995 Jugendwartin und seit 2014 Familienwartin. Sie leitet die regelmäßigen, wöchentlichen Gruppenabende, organisiert Beiträge zum örtlichen Sommerferienprogramm, Auftritte der Jugendgruppe bei Ortsgruppenveranstaltungen, Ausflüge, Lehrgangsteilnahmen, seit 2012 den Familien-Spiel-Nachmittag und seit 2013 den Familien-Ausflug.
Svea Betz ist Mitglied in der Volkstanzgruppe und im Volksmusikkreis sowie Mitbegründerin von NANU, dem Familienarbeitskreis für Neckartailfingen, Aichtal, Neckarhausen und Unterensingen.
In der Arbeitsgemeinschaft der Sing-, Tanz- und Spielkreise in Baden-Württemberg e. V. war sie von 2002 bis 2008 Kassierin des Nachwuchskreises und ist seit 2015 verantwortliche Leiterin für Familienarbeit. Hier organisiert und leitet sie Seminare und Freizeiten für Familien und ist als zuverlässige und universell einsetzbare Mitarbeiterin unverzichtbar.

Heike Krieg
hat 2008 an der Wanderführerausbildung teilgenommen und diese mit dem Zertifikat Natur- und Landschaftsführerin abgeschlossen. Seither hat sie schon unzähligen Wandergruppen die Region nähergebracht und ihre Liebe zur Natur und Kultur weitergegeben.
Gleich nach ihrer Ausbildung wurde sie Teil des Ausbildungsteams und unterrichtet seither selbst in der Wanderführerausbildung der Heimat und Wanderakademie Baden-Württemberg, wie man Wanderungen konzipiert und gestaltet. Besonders wichtig ist ihr dabei, künftigen Wanderführerinnen und Wanderführern zu vermitteln, wie man die großen und kleinen Besonderheiten unterwegs spannend in Szene setzen kann. Der größte Erfolg ihrer Arbeit ist, wenn die Teilnehmenden an den geführten Wanderungen des Schwäbischen Albvereins auch für die Belange des Natur-, Umwelt- und Klimaschutzes sensibilisiert werden.
Heike Krieg zeichnet ihr großes Wissen in vielen Bereichen der Wanderführerausbildung aus. Dieses Wissen hat sie über lange Jahre im Ehrenamt in den Schwäbischen Albverein eingebracht. Dabei kommt ihre wertschätzende und empathische Art, mit der sie Wissen vermittelt in den Seminaren sehr gut an.
Die Wanderführerausbildung endet mit einer praktischen und theoretischen Prüfung, um das Zertifikat des Deutschen Wanderverbands und der Umweltakademie Baden-Württemberg zu erhalten. Seit 2016 ist Heike Krieg in der Prüfungskommission der Heimat- und Wanderakademie Baden-Württemberg und hat schon viele Prüfungen begleitet. Ab dem kommenden Jahr wird sie den Vorsitz der Prüfungskommission übernehmen.

Angelika Puritscher
hat sich über mehrere Jahrzehnte hinweg in herausragender Weise für das chorische Leben und die Pflege des kulturellen Erbes in der Region Stuttgart eingesetzt. Ihr Engagement begann bereits 1980, als sie die Position der Geschäftsführerin des „Postchors Stuttgart“ übernahm, eine Rolle, die sie bis 1988 innehatte. Von 1988 bis 1992 war sie zudem die 1. Vorsitzende des Chores.
Ihre Fähigkeiten und ihr Verantwortungsbewusstsein wurden bald auch im „Wilhelm-Hauff-Chorverband Stuttgart“ geschätzt, wo sie von 1986 bis 1995 als Beiratsmitglied und von 1996 bis 2002 als Pressereferentin aktiv war.
Besonders hervorzuheben ist ihr Engagement als 1. Vorsitzende des „Concordia Flacht“ von 2000 bis 2011. In dieser Zeit prägte sie maßgeblich die Entwicklung des Vereins und förderte die Nachwuchsarbeit sowie die kulturelle Integration durch Musik.
Seit 2010 leitet sie als Präsidentin den „Chorverband Johannes Kepler“ und hat durch ihre Arbeit neue Impulse für die Chorszene gesetzt, innovative Projekte gestartet und sich für die Vernetzung der Chöre in der Region eingesetzt. Zudem ist sie seit 2020 als Vizepräsidentin des Schwäbischen Chorverbandes aktiv und bringt ihre langjährige Erfahrung und ihr umfassendes Fachwissen in die überregionale Arbeit des Verbandes ein.
Angelika Puritscher ist jedoch nicht nur im chorischen Bereich, sondern auch im sozialen Sektor eine engagierte und geschätzte Persönlichkeit. Sie setzt sich für die soziale Integration ein, berät Chöre in schwierigen Situationen und leistet mit ihren Projekten einen wertvollen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Region.

Karlheinz Arnau
Seit Jahrzehnten engagiert sich Karlheinz Arnau auf vielfältige Weise bei der Aufarbeitung der Ortsgeschichte von Maichingen, einem Stadtteil von Sindelfingen, und macht die Ergebnisse seiner Arbeit allen Bürgerinnen und Bürgern zugänglich. Dabei hat er sich in mühevoller Kleinstarbeit ein profundes Wissen angeeignet.
Beispielhaft für das große Engagement von Karlheinz Arnau seien nur genannt:
Bis 2018 Durchführung zahlreicher ehrenamtlicher Führungen durch Maichingen mit über 1.000 Personen. Im Jahr 2007 gestaltete Karlheinz Arnau eine CD mit einer Fülle an historischen Aufnahmen und Postkarten, welche alte und neue Maichinger Ansichten gegenüberstellt. Die Sammlung stellte er der Stadtverwaltung Sindelfingen zur Verfügung, die darauf bis heute regelmäßig zugreift. Zusammen mit Tim Schweiker gestaltete er ganz ohne Autorengehalt, kenntnisreich in vielen Arbeitsstunden und mit zum Teil noch unveröffentlichten Bildern, die Bildbände „Maichingen – Veränderungen“, Teil 1 und Teil 2, die die Entwicklung von Maichingen als einstigem Dorf bis hin zur attraktiven Gemeinde des 21. Jahrhunderts darstellen. Der Verkaufserlös kommt dabei gemeinnützigen Organisationen zugute. Karlheinz Arnau setzte sich erfolgreich für die Restaurierung eines historischen Grenzsteins (sogenannter „Dreimärker“) an der Markungsgrenze Maichingen-Döffingen-Magstadt ein, der dadurch erhalten werden konnte. Er erarbeitete eine ortshistorische Karte Maichingens, gab Kirchenführungen und schuf für die Laurentiuskirche einen kleinen Kirchenführer.
Momentan arbeitet Karlheinz Arnau ehrenamtlich, trotz seines nun hohen Alters und angeschlagener Gesundheit, zusammen mit dem Ortsvorsteher von Maichingen, Wolfgang Stierle, an der Herausgabe der Maichinger Geschichte(n) Nummer 3 (Nummer 1 und 2 können bereits über die Homepage www.maichingen.de heruntergeladen werden und stehen damit allen Interessierten frei zur Verfügung).

Helmut Henzler
Mit seinem außerordentlichen Engagement als Leiter des LandFrauen-Chores Langenau, einem Chor mit 35 – 50 Sängerinnen, trägt Helmut Henzler über einen Zeitraum von über 30 Jahren dazu bei, dass der Chor erfolgreich weit über den LandFrauenverein hinaus – beispielsweise in Gottesdiensten - mit seinem umfangreichen und vielseitigen Liedgut auftritt. Damit leistet der Chor einen wichtigen Beitrag für das Gemeinwohl im ländlichen und städtischen Raum.
In seiner Zeit als Ersatzchorleiter im Liederkranz Langenau bildete er sich zum Chorleiter an der Landesmusikschule in Ochsenhausen fort und besuchte dort danach auch weitere Fortbildungen, bis er 1992 die Leitung des LandFrauen-Chores Langenau übernahm.
Zum Liedgut dieses Chores gehören dabei schwerpunktmäßig alte deutsche Volkslieder, schwäbische Lieder, Lieder der Jahreszeiten und kirchliche Lieder. Liedgut, das sich für einen Frauenchor nicht eignete, hat Helmut Henzler dabei häufig selbst eigens für den Frauenchor bearbeitet.
Für alle Veranstaltungen, Auftritte und gesanglichen Darbietungen ist Helmut Henzler in der Auswahl des Liedgutes gemeinsam mit dem Chorbeirat mitverantwortlich. Die Ausarbeitung der Abläufe und Programmgestaltungen zu den Auftritten werden federführend von ihm gestaltet. Beispielhaft für Auftritte außerhalb des LandFrauenvereins seien nur genannt: mehrere Auftritte auf der Präsentationsbühne der Regionen auf dem Landwirtlichen Hauptfest in Stuttgart mit einem eigenen Programm, Mitgestaltung kirchlicher Gottesdienste unter anderem im Ulmer Münster zu Erntedank sowie auch Auftritte außerhalb der Region wie etwa in Heilbronn und Ravensburg und nicht zuletzt die Mitgestaltung der Heimattage Baden-Württemberg 2008 in Ulm, einschließlich der Mitwirkung im Landesfestumzug.

Anlage: 
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(Quelle: jeweils Regierungspräsidium Stuttgart)

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