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Umwelt

Pragmatische Lösung: Keine Vollsperrung des Remstalwegs mehr ab Frühjahr 2026

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Info-I auf Korkhintergrund

Interimslösung auf den Weg gebracht - Abschnitt zwischen Waiblingen Hohenacker und Remseck soll ab dem Frühjahr wieder für Fußgänger und Radverkehr geöffnet werden.

Der Remstalweg soll ab dem Frühjahr 2026 wieder für den Fuß- und Radverkehr nutzbar sein. Darauf haben sich das Landratsamt, das Regierungspräsidium Stuttgart sowie die Städte Waiblingen und Remseck verständigt und gemeinsam eine Interimslösung erarbeitet. Das Landratsamt hatte zu einem gemeinsamen Ortstermin eingeladen, mit dem Ziel, die bestehende Vollsperrung aufzuheben und den Abschnitt interimsweise so zu ertüchtigen, dass eine sichere – wenn auch eingeschränkte – Nutzung ab dem Frühjahr möglich wird, voraussichtlich im Monat April.

Der Remstalweg wurde durch die Hochwasser- und Starkregenereignisse Juni 2024 stark beschädigt. Betroffen von Unterspülungen sind mehrere rund 400 Meter lange Abschnitte des Remstalweges zwischen Waiblingen Hohenacker und Remseck. Uferabbrüche und Unterspülungen haben die Wegsubstanz erheblich beeinträchtigt. Der Bereich liegt zudem in einem sensiblen Umfeld – im Naturschutz-, FFH-, Vogel- und Landschaftsschutzgebiet. Derzeit erfolgt eine Umleitung für Fahrradfahrer/innen über Waiblingen Hohenacker, die mit einer zusätzlichen Fahrtzeit von rund 20 Minuten und einigen Höhenmetern verbunden ist. Der Remstalweg ist derzeit auf der gesamten Strecke weder begeh- noch befahrbar. Ein Zustand, der in der Bevölkerung für viel Unverständnis sorgt. Daher war den Städten Remseck, Waiblingen, dem Landratsamt und dem Regierungspräsidium an einer pragmatischen Lösung gelegen.

Landrat Richard Sigel betont: „Mir ist wichtig, dass die Menschen den Remstalweg so schnell wie möglich wieder nutzen können. Diese Wegeverbindung nach Remseck ist ein Juwel für Spaziergänger, Familien, Pendlerinnen und Pendler sowie Freizeitradler und die Vollsperrung ein Ärgernis. Angesichts der langen Vorlaufzeit, die eine dauerhafte Sanierung und möglicherweise neue Wegeführung mit Umfahrung der beschädigten Stellen benötigt, war für mich daher eine Interimslösung eine Notwendigkeit. Es ist bei einem Ortstermin gemeinsam mit den beiden Städten und dem Regierungspräsidium gelungen, ganz pragmatisch die notwendigen Voraussetzungen zu vereinbaren, damit die Sperrung ab Frühjahr 2026 zunächst aufgehoben werden kann. Den Remstalweg übergangsweise sicher begeh- und befahrbar zu machen war das Ziel. Mit klarer Beschilderung und dort, wo es nötig ist, mit Engstellen. Ebenso wichtig ist, dass mit dem sensiblen Naturraum sorgsam beim Herstellen einer Interimslösung umgegangen wird. Die praktischen und umsetzbaren Vorschläge der Naturschutzbehörden im Landratsamt und Regierungspräsidium sehen vor, dass die Sicherungsmaßnahmen in Richtung Hang und nicht zum besonders geschützten Ufer hin erfolgen. Somit kann eine Aufhebung der Vollsperrung erreicht werden. Und bis eine langfristige Lösung für den Remstalweg fertig ist, gilt: Bitte Rücksicht nehmen – an schmalen Stellen Tempo rausnehmen und als Radfahrende im Zweifel kurz absteigen und auf Fußgänger achten.“

Regierungspräsidentin Susanne Bay sagt: „Kommunen, Landkreis und Regierungspräsidium haben hier eng und gut zusammengearbeitet, um eine pragmatische Interimslösung für den Remstalweg zu finden. Dies ist nun gelungen. Gleichwohl dürfen wir nicht aus dem Blick verlieren, dass die Rems bei einem Hochwasser jederzeit wieder das Ufer und damit den Weg stark beschädigen und unpassierbar machen kann. Daher ist es sehr wichtig zu betonen, dass es sich bei dieser Lösung lediglich um eine Übergangslösung handelt. Daher werden wir die bereits abgestimmte dauerhafte Wegführung mithilfe einer Brücke auf der anderen Remsseite weiterhin gemeinsam vorantreiben.“

Pragmatische Interimslösung wird umgesetzt 

Die Federführung für die technische Umsetzung der Interimslösung übernimmt die Stadt Waiblingen. Bevor diese dann im Frühjahr umgesetzt werden kann, sind zunächst der konkrete Umfang der notwendigen Maßnahmen zur Freigabe des Radwegs zu ermitteln und die anschließenden naturschutz­rechtlichen Prüfungen und Verfahren durchzuführen. Nach derzeitigem Stand bedarf es zur Wegsicherung voraussichtlich eines Rückschnitts von Sträuchern und Bewuchs entlang des Weges, einer Installation von Geländern und Warnschildern und gegebenenfalls einer geringfügigen Befestigung des Untergrunds an einer Schadstelle. Darüber hinaus sind zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit Baumfällungen erforderlich. Nachdem bereits zu einem früheren Zeitpunkt eine Befreiung für die Baumfällungen erteilt wurde, sollen die Fällarbeiten noch außerhalb der Vegetations- und Vogelbrutzeit bis Ende Februar erfolgen. Sobald klar ist, ab wann die Öffnung des Remstalwegs genau erfolgen kann, wird in einer weiteren Pressemitteilung informiert.

Waiblingens Oberbürgermeister Sebastian Wolf sagt: „Wir sind froh und dankbar, dass nun endlich Bewegung in die Sache gekommen ist und alle beteiligten Behörden versuchen, den Dschungel an Regelungen so zu gestalten, dass der Remstalweg zumindest provisorisch wieder freigegeben und diese wichtige Fuß- und Radwegverbindung wieder genutzt werden kann. Klar ist aber auch, dass dies nur eine Zwischenlösung ist, die jedoch hilft, die Zeit zu überbrücken, um langfristig eine hochwassersichere Lösung zu erreichen.“

Auch Remsecks Oberbürgermeister Dirk Schönberger spricht sich positiv für die Interimslösung aus: „Der Remstalweg ist eine wichtige und attraktive Verbindung für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Radfahrende zwischen Remseck am Neckar und Waiblingen. Umso positiver bewerten wir, die Stadt Remseck am Neckar die interimsweise Öffnung des Remstalwegs. Sie stellt einen wichtigen Schritt dar, um diese bedeutende Verbindung zwischen Remseck am Neckar und Waiblingen zumindest vorübergehend wieder nutzbar zu machen, bis eine dauerhafte und sichere Lösung umgesetzt werden kann.“

Ausblick: Waiblingen arbeitet an dauerhafter Lösung

Unabhängig von der Interimslösung arbeitet die Stadt Waiblingen an einer dauerhaften Lösung durch eine Verlegung des betroffenen Abschnitts auf die gegenüberliegende Flussseite mittels Neubaus einer Brücke. Diese Lösung würde eine dauerhafte Wegebeziehung – insbesondere für den zunehmenden Radverkehr – sicherstellen und wurde bereits mit der Stadt Remseck, dem Landratsamt und dem Regierungspräsidium abgestimmt. Es stehen Fördergelder des Landes (Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG)) bereit.

Quelle: Landratsamt Rems-Murr-Kreis

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