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Naturschutz

Rücksichtsvoller Jahreswechsel im Naturschutzgebiet Limburg: Silvesterfeuerwerk nicht erlaubt (Landkreis Esslingen)

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Das Naturschutzgebiet Limburg

Viele Weilheimerinnen und Weilheimer nutzen den Jahreswechsel traditionell für eine Wanderung auf die Limburg. Die nächtliche Atmosphäre und der weite Ausblick machen den Hausberg zu einem besonderen Erlebnis. Zugleich ist die Limburg ein ausgewiesenes Naturschutzgebiet, in dem besondere Regeln zum Schutz von Natur und Umwelt gelten.

Die Limburg bei Weilheim an der Teck zählt zu den markantesten Bergen im Albvorland. Ihre Heideflächen und Streuobstwiesen sind Lebensstätten zahlreicher, teils seltener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Daher ist die Limburg ein Naturschutzgebiet und unterliegt einer der strengsten Schutzgebietskategorien. Aktivitäten, die die Tier- und Pflanzenwelt beeinträchtigen – darunter Lärm, Erschütterungen und Luftverunreinigungen – sind daher verboten. Dazu zählt auch das Zünden von Feuerwerkskörpern.

Feuerwerk kann insbesondere für Wildtiere erhebliche Störungen verursachen – auch Vögel reagieren extrem empfindlich darauf. Für Tiere, die Winterschlaf oder Winterruhe halten, ist die Störung ebenfalls schwerwiegend, in manchen Fällen sogar tödlich. Das Naturschutzgebiet steht der Erholung der Menschen offen, setzt dabei jedoch einen respektvollen und rücksichtsvollen Umgang mit der Natur voraus.

Auswirkungen von Feuerwerk auf Umwelt und Tierwelt

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass ein Feuerwerk viele Tierarten in Panik versetzt und oft sogar das Leben kostet. Durch zischende Raketen, krachende Böller, Erschütterungen und unnatürliches Licht werden die Tiere panisch, versuchen zu fliehen und verbrauchen dabei viel Energie. Besonders stark reagieren Vögel auf Feuerwerk. Sie fliegen in große Höhen, trauen sich nicht mehr zu landen und verlassen oft für mehrere Tage ihre Rast- und Schlafgebiete. Dadurch verbrauchen sie viel Energie, werden geschwächt, prallen in Panik gegen Hindernisse, verletzen sich oder sterben. Auch Fledermäuse und Eichhörnchen trifft es, wenn sie aus dem Winterschlaf oder der Winterruhe gerissen werden. Ihr Energieverbrauch steigt, doch da sie kaum Nahrung finden, verhungern sie.

Darüber hinaus trägt Feuerwerk zur Luftverschmutzung bei. Große Mengen an winzigen Schmutzpartikeln schweben in der Luft, werden von Mensch und Tier eingeatmet oder schlagen sich an der Vegetation nieder. Dieser Feinstaub ist für alle Organismen gesundheitsschädlich. Auch die festen Überreste des Feuerwerks landen in der Natur. Besonders schlimm sind die Plastikkappen von Raketen, da sie kaum verrotten, zu Mikroplastik werden und über lange Zeit giftige Substanzen freisetzen. Über die Nahrungskette kann Mikroplastik in den Körper von Organismen gelangen und dort Organe schädigen.

Hinweise für Besucherinnen und Besucher der Limburg

Zum Schutz von Natur und Umwelt ist das Zünden von Feuerwerkskörpern im Naturschutzgebiet Limburg nicht erlaubt. Besucherinnen und Besucher der Limburg werden angehalten, sich an das Verbot zu halten. Außerdem dürfen im Naturschutzgebiet die Wege nicht verlassen werden und Hunde müssen an der Leine geführt werden. Für eine Nachtwanderung sollten keine starken Lichtquellen benutzt werden. 

Hintergrundinformationen

Im Jahr 1990 stellte das Regierungspräsidium Stuttgart die Limburg bei Weilheim an der Teck auf einer Fläche von 162 Hektar unter Naturschutz. Der erloschene Vulkanschlot, der über Jahrmillionen als kegelförmiger Berg aus dem umgebenden Gestein herausgewittert ist, zeichnet sich durch eine reich gegliederte Nutzungsstruktur und durch vielfältige Biotope aus. Die größte Fläche wird von hochstämmigen, überwiegend extensiv genutzten Streuobstwiesen eingenommen. Den größten Anteil haben Apfelbäume, gefolgt von Süßkirsche, Birne und Zwetschge. Unterschiedlich alte Bäume, zahlreiche Baumhöhlen sowie gestaffelte Mäh-Zeitpunkte schaffen ein kleinräumiges Biotopmosaik. In den Baumhöhlen brüten Grünspecht, Wendehals und Steinkauz. Auch Fledermäuse, Siebenschläfer und Insekten haben dort ihre Quartiere.

Die Gipfelkuppe mit Heideflächen und einzelnen Weidbuchen und Feld-Ahornen hat eine unverwechselbare Silhouette. Durch jahrhundertelange Schafbeweidung ist hier ein Kalk-Magerrasen entstanden. Es wachsen verschiedene Orchideen- und Enzianarten, Silber- und Golddistel. Wertgebende Schmetterlingsarten sind Schwalbenschwanz, Baumweißling und Schlehen-Zipfelfalter. An die Heideflächen schließen sich Gebüsche aus Hasel, Liguster und Wildrosen an. Hier brüten seltene Vogelarten wie Neuntöter und Dorngrasmücke. Im naturnahen Waldlabkraut-Eichen-Hainbuchen-Wald am Ost- und Südhang kommt der vom Aussterben bedrohte Große Heldbock (eine Bockkäferart) vor. Die naturnahen Bachläufe der Lindach und des Federbaches bilden im Osten und Westen die Randzonen des Naturschutzgebiets. Hier leben Steinkrebs, Wasseramsel und Gebirgsstelze.

Publikationen

Das Faltblatt „Naturschutzgebiet Limburg“ ist über das Regierungspräsidium Stuttgart oder die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg kostenlos erhältlich.

Mehr Informationen zu Naturschutzgebieten sind auf dem gemeinsamen Themenportal der Regierungspräsidien Baden-Württemberg unter www.rp.baden-wuerttemberg.de > Umwelt > Naturschutzgebiete abrufbar.

Foto: Das Naturschutzgebiet Limburg. Quelle: RPS Ingo Depner 

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