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Über 9,1 Millionen Euro vom Land für ÖPNV-Umbau in Leonberg und Stetten-Beinstein (Landkreis Böblingen/Rems-Murr-Kreis)
Bahnhof in Leonberg und Verkehrsstation in Stetten-Beinstein werden barrierefrei umgebaut
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Die DB InfraGO AG baut in Abstimmung mit dem Verband Region Stuttgart als Aufgabenträger der S-Bahn in der Region Stuttgart die Haltepunkte in Leonberg und Stetten-Beinstein um. Dabei wird besonders auf Barrierefreiheit und eine bessere Nutzbarkeit für alle Reisenden geachtet. Das Land fördert den Bau mit über 9,1 Millionen.
Das Land Baden-Württemberg unterstützt die DB InfraGO AG und den Verband Region Stuttgart beim barrierefreien Umbau des Bahnhofs in Leonberg (Landkreis Böblingen) und der Verkehrsstation in Stetten-Beinstein (Rems-Murr-Kreis) mit einer Förderung von rund 9.146.000 Euro. Ziel der Förderung nach dem Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG) ist es, den öffentlichen Personennahverkehr durch den Bau oder Ausbau von Anlagen des ÖPNV zu verbessern.
Regierungspräsidentin Susanne Bay sagte: „Ein attraktiver ÖPNV muss barrierefrei sein, damit auch mobilitätseingeschränkte Menschen Busse und Bahnen problemlos nutzen können. Barrierefreie Haltestellen sind dafür ein unverzichtbarer Baustein. Wir fördern daher den barrierefreien Umbau in Leonberg und Stetten-Beinsteig mit insgesamt über 9,1 Millionen Euro.“
Rainer Wieland, Vorsitzender Verband Region Stuttgart, sagte: „Mein Dank gilt dem Land für seine finanzielle Unterstützung. Die Förderzusage für Leonberg und Stetten-Beinstein ist ein wichtiger Schritt auf unserem Weg zur Barrierefreiheit im S-Bahn-Netz. Doch der Weg ist noch weit – 28 Stationen warten auf ihre baulichen Anpassungen. Damit wir aus diesen ersten Schritten eine flächendeckende Barrierefreiheit machen können, braucht es auch weiterhin die verlässliche Unterstützung des Landes.“
Die Haltestellen der S-Bahn Stuttgart sollen in den nächsten Jahren alle barrierefrei ausgebaut werden und erreichbar sein. Reisenden soll ein möglichst bodengleicher Ein- und Ausstieg ohne größeren Spalt zwischen Tür und Bahnsteig ermöglicht werden. Dazu haben die DB InfraGO AG und der Verband Region Stuttgart das Projekt SO96 (SO steht für Schienenoberkante) ins Leben gerufen. SO96 bedeutet, dass die Bahnsteige auf das Maß 96 Zentimeter über Schienenoberkante für S-Bahn-Türen angepasst werden. Weiter werden die Wege zu den Bahnsteigen barrierefrei ausgebaut. Dies erleichtert allen Reisenden – egal ob mit Gepäck, Kinderwagen, Rollstühlen, Rollatoren etc. – sowie für mobilitätseingeschränkte Menschen den Zugang und die Nutzung der Haltestellen.
Regierungspräsidentin Susanne Bay würdigte die Zusammenarbeit zwischen Bahn und dem Verband Region Stuttgart: „Mit der Förderzusage unterstützen wir das Projekt von DB InfraGO AG und dem Verband Region Stuttgart für mehr Barrierefreiheit ganz konkret. Die S-Bahn Stuttgart umfasst ein Netz von insgesamt 215 Kilometern mit 83 Haltestellen. Durch den geplanten barrierefreien Umbau aller Haltestellen wird der ÖPNV für mehr Menschen einfacher nutzbar.“
Bahnhof Leonberg
Der Bahnhof in Leonberg soll nach derzeitigen Planungen 2028 barrierefrei umgebaut werden. Es sind folgende Umbaumaßnahmen geplant (die Baulänge der Bahnsteige umfasst rund 210 Meter):
- Erhöhung der Bahnsteige auf 96 Zentimeter über SO (Schienenoberkante)
- Neubau und Anpassung der bestehenden Zugänge zum Erreichen des neuen
- Bahnsteigniveaus (SO96)
- Anpassung der vorhandenen Aufzüge an die neue Bahnsteighöhe
- Neubau der Bahnsteigausstattung inklusive Zug-Informations-Monitor und Wetterschutz
- Neubau der Beleuchtung für Bahnsteige und Bahnsteigzugänge
- Anpassung von Anlagen Dritter (Stadt Leonberg), beispielweise Entwässerung, an die neue Bahnsteighöhe und -läge auf Grund der Bahnsteigerhöhung
- Sogenannte Stopfgänge zur Herstellung der Soll-Gleislage, um das Gleis in die exakte Lage (Höhe und Richtung) zu bringen
- Nachrüsten sogenannter PZB-Magneten (eine Informationsübertragung von der Eisenbahnstrecke zum Schienenfahrzeug) und Einbindung in die Stellwerkstechnik
- Sicherung eines Oberleitungsmastes während der Bauzeit
- Einbau von sogenannten Oberleitungs-Streckentrennern zur Sicherung der Stromversorgung und Nachregulierung (Nachspannen) des Fahrdrahts auf Grund des Baukonzepts/der Bauphasen
Das Land stellt eine Förderung für den barrierefreien Umbau des Bahnhofs in Leonberg in Höhe von etwa 5,9 Millionen Euro zur Verfügung.
Verkehrsstation Stetten-Beinstein
Für den barrierefreien Umbau der Verkehrsstation in Stetten-Beinstein hatte das Regierungspräsidium Stuttgart (RPS) 2023 (für die Vergabe der Bauleistungen) und 2024 (für den Bau und die Bauüberwachung) einen vorzeitigen Baubeginn durch Ausstellung einer Unbedenklichkeitsbescheinigung ermöglicht. Damit konnte der Umbau inzwischen weitgehend abgeschlossen und so eine deutliche Verbesserung an der Verkehrsstation erreicht werden. Es wurden folgende Umbaumaßnahmen vorgenommen (die Baulänge der Bahnsteige umfasst knapp 219 Meter):
- Erhöhung der beiden Außenbahnsteige auf 96 Zentimeter über inklusive Anpassung der bestehenden Zugänge und Aufzüge
- Neubau Bahnsteigausstattung inklusive Zug-Informations-Monitor und Wetterschutz
- Neubau Beleuchtung für Bahnsteige und Zugänge
- Anpassung des Bahnsteigs 1 an die vorhandene Bebauung wie Entwässerung, Stützmauern an der Bahnsteig Hinterkante
- Böschungs-/ Pflanzarbeiten an der Hinterkante zum Bahnsteig 2 im Bereich des Parkplatzes
- Sogenannte Stopfgänge zur Herstellung der Soll-Gleislage, um das Gleis in die exakte Lage (Höhe und Richtung) zu bringen
- Nachrüsten von PZB-Magneten und Einbindung in die Stellwerkstechnik
Das Land fördert den barrierefreien Umbau der Verkehrsstation Stetten-Beinstein mit knapp 3,2 Millionen Euro.
Hintergrundinformationen:
Das Land unterstützt Qualitätsverbesserung im ÖPNV mit Mitteln des Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG). Bei Barrierefreiheits-Maßnahmen darf ein erhöhter Fördersatz in Höhe von 75 Prozent – statt der sonst üblichen 50 Prozent – der zuwendungsfähigen Kosten gewährt werden.
Das Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (LGVFG) ist das zentrale Instrument zur Förderung der kommunalen Verkehrsinfrastruktur im Land. Damit soll die Attraktivität von umweltverträglichen Verkehrsmitteln erhöht und der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) vorangetrieben werden.
Weitere Informationen zum Thema Förderung nach dem LGVFG finden Interessierte auf dem Themenportal der Regierungspräsidien unter https://rp.baden-wuerttemberg.de/ > Wirtschaft > Förderprogramme > Förderbereich Mobilität, Verkehr, Straßen > Förderung ÖPNV (LGVFG-ÖPNV).