Zum Inhaltsbereich Zur Hauptnavigation

Lesezeit:

Teilen via:

Bau- und Kunstdenkmalpflege

Ein gedeckter Keller für den Wein

Rettung eines wertvollen Kulturdenkmals in Metzingen

Lesezeit:

Teilen via:

Gedeckter Keller für Wein

Eine baugeschichtliche Rarität ersten Ranges findet sich im Metzinger Stadtzentrum in der Nürtinger Straße 11 - ein gedeckter Keller. Erbaut wurde der Keller, wie die Inschrift über dem Kellertor ausweist, im Jahr 1618. In jenen Jahren vor dem Dreißigjährigen Krieg florierte der Weinbau in dem damaligen Marktflecken Metzingen. Der Weinbau erreichte damals flächenmäßig seine größte Ausdehnung. Da der Wein in Weinfässern ausgebaut und gelagert wurde, war der Bedarf an Kellern groß. Am damaligen nördlichen Ortsrand von Metzingen errichtete „H. S.“, so die Initialen des Bauherrn in der Inschrift über dem Kellertor, einen Keller. Allerdings erbaute er den Keller nicht wie gewöhnlich unter einem Wohnhaus oder unter einer Scheune, sondern als gedeckten Keller. Das heißt, dass über dem Sandsteingewölbe des Kellers und dem Kellerhals mit der Treppe ganz einfach ein Satteldach errichtet wurde, um das Eindringen von Regenwasser zu verhindern. Zugleich konnte der Raum unter dem Dach noch als Lagerraum verwendet werden. 

Da der gedeckte Keller in der Nürtinger Straße der letzte seiner Art in Metzingen und Umgebung ist, steht er unter Denkmalschutz. Das Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart misst ihm eine hohe Bedeutung zu. Der Keller sei sowohl ein anschauliches Zeugnis für die Geschichte des Weinbaus in Metzingen als auch mit seiner charakteristischen Lage am historischen Ortsrand von siedlungsgeschichtlichem Quellenwert, heißt es. „Es ist der letzte gedeckte Keller in Metzingen und zugleich der einzige überlieferte gedeckte Keller dieser Art aus der Zeit vor 1800 im Regierungsbezirk Tübingen. Bei dem Kellerhaus handelt es sich aus wissenschaftlichen und heimatgeschichtlichen Gründen um ein Kulturdenkmal, an dessen Erhaltung aus dokumentarischen und exempla­rischen Gründen ein öffentliches Interesse besteht“, heißt es aus dem Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart.

Nach langen Verhandlungen ist es der Stadt Metzingen gelungen, den Keller auf dem Weg der Schenkung zu erwerben. An dem Keller sind seit vielen Jahren keine Sicherungs- oder Unterhaltungsmaßnahmen vorgenommen worden. Er soll nun umgehend gesichert und instandgesetzt werden, so dass er in Stadtführungen mit einbezogen und am Tag des offenen Denkmals gezeigt werden kann. Die Sanierungskosten sind auf circa 200.000 Euro veranschlagt. Der Arbeitskreis Stadtgeschichte und der Förderkreis Metzinger Keltern begleiten und unterstützen die Sicherung dieses besonderen Kulturdenkmals. 

Jede finanzielle Unterstützung aus der Bürgerschaft sei dabei herzlich willkommen und helfe, dieses bedeutende Zeugnis des Weinbaus in Metzingen für die Zukunft zu bewahren, so Stadtarchivar Rolf Bidlingmaier.

Foto (Quelle: Stadt Metzingen) (jpg)

Quelle: Stadt Metzingen und Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart

Zurück