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Mehr über die alten Baumriesen im Naturschutzgebiet Eichenhain„Diese Bäume waren schon da, als in Stuttgart noch erst 8.000 Menschen wohnten.“

Etwa 200 mächtige alte Eichen prägen das Naturschutzgebiet Eichenhain. Die ältesten sind 300 bis 400 Jahre alt. Vor 400 Jahren tobte in Mitteleuropa der 30-jährige Krieg und ganz Stuttgart hatte gerade so viele Einwohnerinnen und Einwohner wie heute allein Birkach. Etwa 250 Jahre ist es her, dass der berühmte Dramatiker Friedrich Schiller im nahegelegenen Hohenheimer Park unterwegs war. Vielleicht ist er auf seinem Weg auch an diesen Bäumen hier im Eichenhain vorbeigekommen? Die alten Eichen haben heute vier bis sechs Meter Stammumfang. So viele Baumriesen auf einer nur 34 Hektar großen Fläche sind in Stuttgart sonst nirgends zu finden.

Warum gibt es im Eichenhain so viele alte Eichen?

Die alten Eichen entstanden durch die Nutzung als Hutewald in früheren Jahrhunderten. Der Hutewald heißt so, weil hier früher das Vieh gehütet wurde. Der Hirte oder die Hirtin musste ständig „auf der Hut sein“, um die Herde zusammenzuhalten.

Bis vor etwa 200 Jahren trieb man bei uns das Vieh zur Futtersuche in den Wald. Eichen wurden gefördert, weil ihre Früchte, die Eicheln, zur Schweinemast begehrt waren. Im Gebiet des Eichenhains fraß das Vieh außer Eicheln auch Gras und junge Gehölze. Die meisten jungen Bäume überlebten den ständigen Viehverbiss nicht und gingen ein. Nur wenige Eichen konnten sich behaupten. Durch ihren lockeren Stand wuchsen sie zu fantastischen, weit ausladenden Baumriesen heran. Das Resultat ist dieser lichte Hutewald, der dem Eichenhain seinen besonderen Charakter gibt. Die meisten Hutebäume sind Eichen, es gibt auch eine alte Buche, die ganz ähnlich gewachsen ist.

Warum sind die alten Eichen so besonders?

Der Hutewald mit seinen alten Eichen begünstigt die biologische Vielfalt mit einzigartigen Strukturen und Lebensräumen für Fauna und Flora. Im Alt- und Totholz der betagten, höhlenreichen Eichen sowie auf ihren Blättern und ihrer Rinde wimmelt es von Lebewesen: Fledermäuse, Spechte, Käfer, Hornissen, Moose und Pilze fühlen sich hier besonders wohl.

Autorin: Ulrike Kreh