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Mehr über die alten Baumriesen im Naturschutzgebiet Eichenhain„Ihre Rinde erzählt Geschichte – aber nur, wenn man sie lässt.“

Eine alte Eiche kann uns jede Menge erzählen. Am eindrücklichsten über ihre Haut, die Rinde. Wunderbar sieht sie aus und fühlt sie sich an: graubraun und kräftig mit tiefen, länglichen Rissen. So eine Rinde hat schon viel durchgemacht. Als junger Baum war sie glatt und graugrün glänzend. Mit fortschreitendem Alter wurde sie dicker und riss stellenweise ein, dadurch entstand das netzartige Muster.

Die Rinde, genauer gesagt die Borke als die äußerste Schicht der Rinde, schützt den Baumstamm vor Hitze, Frost, Wind, Sonne, Feuer, Verletzungen und Schädlingen. Sie entsteht aus der äußersten Gewebeschicht des Baumes und abgestorbenen Teilen der inneren Rinde.

Damit eine Eiche so alt werden kann, muss sie erstmal als junger Baum überleben. Die ersten 10 bis 20 Jahre sind die kritischsten, denn dann sind die jungen Bäume durch Tierverbiss gefährdet. Im Sommer fressen die Tiere die jungen Triebe und Blätter, im Winter machen sie sich über die Zweige her. Heutzutage werden die Überlebenschancen junger Bäume im Wald durch Hüllen verbessert, die vor dem Wildverbiss schützen. Aber so etwas kannte man im Eichenhain vor ein paar hundert Jahren noch nicht.

Hier trieb man in früheren Jahrhunderten das Vieh zum Weiden in den Wald. Die Eichen mit ihren Früchten, den Eicheln, waren vor allem zur Schweinemast beliebt. Schweine, Rinder und Schafe fraßen aber nicht nur die Eicheln weg, weswegen keine jungen Bäume mehr keimen konnten, sondern auch Blätter und junge Zweige. Die meisten jungen Bäume überlebten diese Angriffe nicht. Nur wenige schafften es, alt zu werden. Diesen Baumriesen verdankt der Eichenhain seine bezaubernde Landschaft und seinen Artenreichtum. Wenn wir den Eichenhain für unsere Kinder und Enkelkinder erhalten wollen, müssen wir achtsam mit ihm umgehen.

Autorin: Ulrike Kreh