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Mehr über die alten Baumriesen im Naturschutzgebiet Eichenhain„Schauen Sie genau hin: Sie sehen Jahrhunderte.“
Diese Eiche könnte einiges erzählen, denn sie hat mehrere hundert Jahre auf dem Buckel und in ihrem langen Leben schon viel erlebt.
Als junger Baum trotzte sie dem Verbiss durch Haustiere, wie Ziegen und Pferde, die damals im Eichenhain weideten. Ab einem Alter von vierzig, fünfzig Jahren bildete sie Früchte, die Eicheln, und ernährte damit die Schweine. Das machte die Schweine fett und ihr Fleisch schmackhaft.
Je älter die Eiche wurde, desto ausladender wuchs die Baumkrone. Sie spendete Schatten für Mensch und Tier. Zahllose Vögel, Käfer, Schmetterlinge und ihre Raupen lebten in der riesigen Eiche, fanden Nahrung und Nistplätze. Die Eiche war inzwischen so stark geworden, dass Hitze und Kälte, Sturm und Trockenheit ihr nichts anhaben konnten. Einmal schlug sogar der Blitz ein und ließ einen Riss im Stamm zurück, der sofort von einer Fledermauskolonie besiedelt wurde.
Als älterer Baum entwickelte die Eiche vermehrt Altholz, das Holz wurde morscher. Jetzt konnten Spechte darin gut ihre Bruthöhlen zimmern. Auch natürliche Baumhöhlen bildeten sich in dem alternden Holz. Fledermäuse zogen darin ihre Jungen auf, Eulen und Marder fanden Unterschlupf. Wunderschöne Moose und Flechten gedeihen auf dem Baum-Methusalem und geben ihm etwas Erhabenes.
Stress gab es, als mit der weltweiten Klimaerwärmung der Eichen-Prozessionsspinner kam und sich massenhaft vermehrte. Sein Nest legte der Schmetterling am Stamm der Eiche an. Kaum waren die Raupen geschlüpft, gingen sie im Gänsemarsch auf Nahrungssuche und fraßen der Eiche die Blätter weg. Nun, auch das vermochte die alte Eiche nicht aus der Ruhe zu bringen. Sie steht da wie eh und je und freut sich über naturbegeisterte Besucherinnen und Besucher des Eichenhains.
Autorin: Ulrike Kreh