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Warum Magerrasen so wichtig sind„Picknick erlaubt, aber nur auf den Bänken.“
Diese Bank steht inmitten der Magerrasen des Naturschutzgebietes. Magerrasen heißen so, weil der Boden nährstoffarm ist, nicht etwa, weil die Pflanzenwelt karg wäre. Im Gegenteil: Hier gedeihen zahlreiche besondere Pflanzen und an warmen Tagen summt und zirpt es ununterbrochen. Magerrasen sind in Stuttgart eine Rarität und leisten einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt. Leider hat ihre Verbreitung nicht nur in Stuttgart, sondern in ganz Baden-Württemberg in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr abgenommen.
Dabei sind sie ein echtes Wunderwerk der Natur: Im Eichenhain zaubert das Frühlings-Fingerkraut schon im April gelbe Blütenteppiche auf den Magerrasen. Mit seinen behaarten Blättern trotzt es Wärme und Trockenheit, die Härchen schützen die Pflanze vor Verdunstung. Der Gewöhnliche Dost ist mit dem Gewürz-Oregano verwandt, seine nektarreichen Blüten ziehen Schmetterlinge magisch an. Dornen schützen die Dornige Hauhechel vor dem Schafsmaul, nicht aber vor Schmetterlingsraupen. Schmetterlinge wie der Hauhechel-Bläuling sind sogar speziell auf Hauhechel-Gewächse als Raupenfutter angewiesen. Eine weitere Charakterart der Magerrasen ist die Zypressen-Wolfsmilch. Sie enthält einen giftigen Milchsaft und wird deshalb von den Schafen und Ziegen stehengelassen.
Warum ist Beweidung für die Erhaltung der Magerrasen so wichtig?
Die Magerrasen im Eichenhain werden beweidet, was eine Voraussetzung für ihren Erhalt hier ist. Die Schafe fressen das Gras kurz und fördern das Aufwachsen blühender Kräuter. Die Ziegen knabbern an dornigem Gebüsch und helfen die Verbuschung zu beseitigen. Die Weidetiere leisten damit einen großen Beitrag zur Landschaftspflege und bereiten den Lebensraum für zahlreiche licht- und wärmebedürftige Pflanzen- und Tierarten.
So verlockend es ist, in den Magerrasen zu rasten und zu picknicken: Benutzen Sie hierzu nur die Bänke! Dieser Magerrasen ist auch kein Hundeauslauf! Hunde bitte an die Leine nehmen und Hundekot in den bereitgestellten Tüten und Behältern entsorgen. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt.
Autorin: Ulrike Kreh