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Informationen zur „Wildbienenbank“ im Naturschutzgebiet Eichenhain„Was hier summt ist kein Zufall. Es ist Vielfalt.“

Im Holz dieser Sitzbank hat die Schwarzbürstige Blattschneiderbiene genistet. Das Brett mit dem Nest wurde ausgetauscht und an anderer Stelle im Naturschutzgebiet platziert – Sie können sich beruhigt hinsetzen.

Die Schwarzbürstige Blattschneiderbiene ist eine Wildbienenart. Sie hat ihren Namen von der schwarz gefärbten Sammelbürste – also Haaren an der Unterseite des Hinterleibs. Mit dieser sammelt sie Blütenpollen. Für ihr Nest schneidet sie Laubblätter in Stücke.

Die erwachsenen Bienen leben nur wenige Wochen. Sie fliegen zwischen Mai und August. Nach der Paarung beginnt das Weibchen sofort mit dem Nestbau. Dazu nagt es Gänge in morsches Holz von Baumstümpfen, alten Balken, Pfosten oder wie hier einer älteren, verwitterten Sitzbank und legt mehrere – bis zu 15 – aneinandergereihte Nistzellen an. Diese kleidet es mit Laubblätter-Stückchen aus. Die zugeschnittenen Blätter werden aufgerollt zwischen den Beinen transportiert und zum Nest geflogen. Danach lässt die Biene das aufgerollte Blatt los, worauf sich dieses an die Wand des Hohlraums anschmiegt. Dann trägt die Biene Pollen und Nektar von Schmetterlingsblütlern, beispielsweise von Hornklee, Zaun-Wicke oder Platterbsen, für die späteren Larven in die Brutzellen und legt ein Ei hinein. Die Larve überwintert in einem Kokon und schlüpft im nächsten Frühjahr.

Warum wird für die Wildbienen ein solcher Aufwand betrieben?

Wildbienen sind nützliche Insekten, denn sie bestäuben unsere Blütenpflanzen, auch Obstbäume und Gemüsepflanzen. Eine Biene bestäubt bis zu 5.000 Blüten am Tag. Wildbienen leisten viel Bestäuber-Arbeit, denn einige Wildbienenarten fliegen – im Gegensatz zu Honigbienen und vielen anderen Insekten – bereits ab März und auch an kühleren Tagen. Manche Wildbienenarten vertilgen auch schädliche Insekten. Mehr als 50 Prozent der Wildbienen Deutschlands sind in ihrem Bestand gefährdet und müssen deshalb besonders geschützt werden.

Warum ist gerade der Eichenhain so wichtig für die Wildbienen?

Das Naturschutzgebiet Eichenhain ist ein herausragender Lebensraum für Wildbienen, denn hier gibt es Nahrung, sprich Blütennektar und -pollen, und Brutplätze im Boden, in alten Bäumen, im Totholz. 124 verschiedene Wildbienenarten sind im Eichenhain festgestellt worden, davon stehen 21 Arten auf der „Roten Liste“ der gefährdeten Wildbienen Baden-Württembergs.

Autorin: Ulrike Kreh