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3,42 Millionen Euro für nächsten Funktionsabschnitt der Abwasser-Zentralisierung im Oberen Jagsttal (Ostalbkreis)
Regierungspräsidentin Bay: „Mit dem Projekt wird eine zukunftsfähige Abwasserinfrastruktur geschaffen“
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Im Zusammenschluss des Gemeindeverwaltungsverbands Kapfenburg erhalten die Kommunen Lauchheim und Westhausen für den Bau eines Anschlusskanals zwischen Westerhofen und Westhausen eine Landesförderung in Höhe von rund 3,42 Millionen Euro. Das Vorhaben ist ein wichtiger Baustein der interkommunalen Zentralisierung der Abwasserreinigung.
Nach dem Ausbaustart der Kläranlage Westhausen im vergangenen Jahr schreitet das interkommunale Großprojekt im Oberen Jagsttal zügig voran. Für den Bau des neuen rund 2,8 Kilometer langen Anschlusskanals zwischen Westerhofen und Westhausen erhält der Verband eine Landesförderung in Höhe von 3.421.400 Euro.
Regierungspräsidentin Susanne Bay erklärte: „Mit dem Bau des Anschlusskanals investieren wir nicht nur in moderne Abwasserleitungen, sondern ganz direkt in den Schutz wertvoller Trinkwasserquellen und in die ökologische Zukunft der Region. Das Projekt zeigt beispielhaft, wie durch interkommunale Zusammenarbeit nachhaltige Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft geschaffen werden können.“
Lauchheims Bürgermeisterin Andrea Schnele und Westhausens Bürgermeister Markus Knoblauch freuen sich sehr über den weiteren herausragenden Förderbescheid des Landes:
„Der Startschuss für die Zusammenlegung unserer Abwasserreinigung im Oberen Jagsttal fiel im August 2025 mit einer Förderung von über sieben Millionen Euro für die Erweiterung der Kläranlage Westhausen zur interkommunalen Gemeinschaftskläranlage. Der nun geförderte zweite Funktionsabschnitt schließt erfreulicherweise nahtlos an dieses Vorhaben an: Der neue Sammelkanal wird die physische Verbindung schaffen, um das Abwasser zukünftig sicher zur erweiterten Gemeinschaftskläranlage zu leiten, was ohne die weitere hohe Förderung des Landes nicht möglich gewesen wäre. Wir bedanken uns sehr herzlich bei allen Projekt-Beteiligten und insbesondere beim Regierungspräsidium Stuttgart für die gute Zusammenarbeit und die großartige Unterstützung unseres wichtigen Zukunftsprojekts.“
Interkommunale Kraftanstrengung für die Umwelt
Bislang betreiben die Gemeinde Westhausen und die Stadt Lauchheim drei eigenständige Kläranlagen (Westhausen, Lippach und Lauchheim), die jedoch sanierungsbedürftig sind und an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Nach dem Ausbau der Anlage in Westhausen werden die Standorte Lippach und Lauchheim schrittweise stillgelegt. Dadurch entfällt künftig die Einleitung des gereinigten Abwassers in die Jagst im Bereich der sensiblen Wasserschutzgebiete „Westerhofen“ und „Stetten“. Auch der angrenzende Bucher Stausee und das dortige Naturschutzgebiet profitieren von der verbesserten Reinigungsleistung der neuen Gemeinschaftskläranlage.
Innovative Technik für höchste Sicherheit
Der neue Anschlusskanal weist eine Gesamtlänge von 2.790 Metern auf und führt von Westerhofen bis nach Westhausen. Auf einem rund 585 Meter langen Teilabschnitt verläuft die Trasse direkt durch die engere Wasserschutzzone II. Um hier jegliches Risiko für das Grundwasser auszuschließen, setzt man auf eine moderne Sicherheitsvorkehrung: In diesem Bereich werden spezielle PE-Rohre (PE = Polyethylen) verlegt, die eine integrierte, elektrisch leitfähige Mittelschicht besitzen.
Diese Schicht fungiert als kontinuierlicher Sensor. Sollte es zu einer minimalen Undichtigkeit kommen, registriert das Überwachungssystem sofort die Spannungsänderung und schlägt automatisch Alarm. So können Schäden behoben werden, noch bevor Abwasser in den Boden gelangen kann. Die restlichen 2.205 Meter des Kanals werden mit robusten Polypropylen-Rohren außerhalb des engeren Schutzgebiets verlegt.
Mehr Raum für die Natur an der Jagst
Ein positiver „Nebeneffekt“ für die Natur: Der alte unterdimensionierte, ausgediente Abwasserkanal, der derzeit noch sehr nah am Ufer der Jagst verläuft, wird komplett stillgelegt und später im Zuge einer umfassenden Fluss-Renaturierung vollständig entfernt. Die Gemeinde Westhausen erwirbt dafür eigens Flächen entlang des Flusses, um einen zehn Meter breiten Gewässerrandstreifen dauerhaft freizuhalten. Dieser Streifen dient künftig als natürlicher Puffer für das Gewässer und schafft neuen, wertvollen Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere in den Uferzonen.