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Bau- und Kunstdenkmalpflege

Adlerfigur verlässt Kriegerfelsen in Laufenburg (Landkreis Waldshut)

Landesamt für Denkmalpflege begleitet Bergung und Restaurierung einer der größten Hohlgalvanoplastiken Deutschlands

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Bild zeigt Adlerfigur auf dem Kriegerfelsen in Laufenburg (Landkreis Waldshut)

Die Adlerplastik auf dem Kriegerfelsen in Laufenburg ist unter Begleitung des Landesamts für Denkmalpflege (LAD) im Regierungspräsidium Stuttgart abgehoben und in eine Restaurierungswerkstatt gebracht worden. Auf Grund ihrer Größe und Lage stellte die Bergung eine große Herausforderung für die Beteiligten dar.

Mit einer Flügelspannweite von über fünf Metern zählt der 1928 errichtete Adler auf dem Kriegerfelsen in Laufenburg zu den größten erhaltenen Hohlgalvanoplastiken Deutschlands. Zur langfristigen Sicherung dieses außergewöhnlichen Kulturdenkmals wurde die Plastik am Mittwoch, 19. August 2026, mit einem Mobilkran abgehoben und zur Restaurierung in eine spezialisierte Werkstatt nach Regensburg transportiert.

Die Adlerplastik ist Bestandteil der denkmalgeschützten Codman-Anlage. Als weithin sichtbarer Abschluss des Gefallenendenkmals prägt sie die historische Parkanlage und ist aufgrund ihrer kunst-, technik- und erinnerungsgeschichtlichen Bedeutung ein geschütztes Kulturdenkmal.

„Es ist uns ein großes Anliegen, die Stadt bei diesem herausragenden Projekt fachlich und finanziell zu unterstützen. Mit der erfolgreichen Bergung ist ein wichtiger Schritt für den langfristigen Erhalt dieses außergewöhnlichen Kulturdenkmals getan. Gemeinsam mit der Stadt Laufenburg und der Denkmalstiftung Baden-Württemberg wollen wir dafür sorgen, dass die einzigartige Adlerplastik fachgerecht restauriert wird und bald an ihren historischen Standort zurückkehren kann“, so die zuständige Referatsleiterin Prof. Dr. Ulrike Plate.

„Die Restaurierung der Adlerfigur ist ein komplexes Vorhaben, welches wir nur durch die fachliche und auch finanzielle Unterstützung des Landesamtes für Denkmalpflege und der Denkmalstiftung Baden-Württemberg angehen konnten. Mit dem heutigen Abtransport geht eine lange Vorbereitungszeit zu Ende und der erste Meilenstein für die Restaurierung ist vollbracht“, erklärte Bürgermeister Ulrich Krieger. „Ich danke allen Beteiligten für die Unterstützung beim Abtransport. Gleichzeitig freue ich mich schon heute darauf, wenn der Adler in einigen Monaten zurückkommt und das Stadtbild wieder vollständig ist“.

Die Bergung stellte aufgrund der Größe und Konstruktion der Hohlplastik sowie der exponierten Lage zwischen Rhein und den Gleisanlagen der Hochrheinbahn hohe Anforderungen an Planung und Durchführung. Das Objekt wird nun in enger Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege restauratorisch untersucht sowie konservatorisch und statisch instandgesetzt. Ziel der Maßnahme ist der langfristige Erhalt der historischen Substanz, bevor die Adlerplastik nach Abschluss der Arbeiten wieder an ihrem angestammten Standort auf dem Kriegerfelsen aufgestellt wird.

Anders als bei einem Metallguss wurde die Figur im galvanischen Verfahren hergestellt. Hierbei wird Kupfer in einem elektrochemischen Prozess Schicht für Schicht auf einer Negativform abgeschieden, sodass eine hohle Metallplastik entsteht, deren Stabilität durch ein innenliegendes Traggerüst gewährleistet wird.

Entworfen wurde die Monumentalplastik vom Bildhauer und Maler Curt Liebich (1868–1937) im Auftrag der Laufenburger Ehrenbürgerin Mary Codman. Die Ausführung erfolgte durch die Württembergische Metallwarenfabrik (WMF) in Geislingen an der Steige. Diese gehörte zu den führenden Herstellern galvanoplastischer Großplastiken ihrer Zeit.

Ikonographisch verbindet das Denkmal christliche und nationale Symbolik, wie sie für die Erinnerungskultur der 1920er Jahre charakteristisch ist. Der Adler steht für Schutz, Stärke und staatliche Identität, während das Kreuz in seinen Fängen auf den christlichen Glauben und die Hoffnung auf Auferstehung verweist. Die am Sockel befindliche Inschrift „Pro Deo, Fide et Alemannia“ („Für Gott, Glauben und Alemannien“) bringt das zeittypische Verständnis von Glauben, Heimat und Opfergedenken zum Ausdruck. Das Denkmal wird heute als Erinnerungsort für die Opfer der beiden Weltkriege wahrgenommen.

Nach Abschluss der Arbeiten soll die Plastik wieder an ihrem historischen Standort auf dem Kriegerfelsen aufgestellt werden.

Anlagen: (Quelle: jeweils Regierungspräsidium Stuttgart
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