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Naturschutz

Landschaftspflegetag im Naturschutzgebiet Haarberg-Wasserberg (Landkreis Göppingen)

Regierungspräsidentin Bay: „Mit dem Einsatz schützen wir die Wacholderheiden vor Verbuschung“

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Landschaftspflegeeinsatz

Im Naturschutzgebiet Haarberg-Wasserberg fand am 21. Oktober 2026 der jährliche Landschaftspflegetag des Regierungspräsidiums statt, bei dem zahlreiche Helferinnen und Helfer die bedrohten Wacholderheiden pflegten. Ziel war es, die Flächen vor Verbuschung zu bewahren und somit Lebensräume für licht- und wärmeliebende Pflanzen und Tiere zu erhalten.

Trotz Regen pflegten am Mittwoch (21. Oktober 2026) Mitarbeitende des Regierungspräsidiums Stuttgart gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinde Deggingen, dem Revierförster, Mitarbeitenden der Unteren Naturschutzbehörde und des Landschaftserhaltungsverbands im Landkreis Göppingen eine Wacholderheide, die drohte, zu verbuschen. Auch der Bürgermeister der Gemeinde Deggingen Markus Schweizer war vor Ort dabei.

Regierungspräsidentin Susanne Bay betonte die Bedeutung des Einsatzes: „Landschaftspflege ist unverzichtbar, um unsere Naturschutzgebiete in einem guten Zustand zu erhalten. Bei der Pflege von Wacholderheiden wie hier am Haarberg geht es vor allem darum, die Flächen offen zu halten. So fördern wir Pflanzen und Tiere, die auf sonnige, warme Standorte angewiesen sind, und erhalten das besondere Landschaftsbild im Oberen Filstal. Mein Dank gilt allen Helferinnen und Helfern, die einen wertvollen Beitrag zur Artenvielfalt leisten.“

Der jährliche Landschaftspflegetag wird seit mehr als 15 Jahren vom Regierungspräsidium Stuttgart organisiert. In diesem Jahr wurde am Unterhang des Haarbergs eine Wacholderheide freigestellt, die an den Waldrand grenzt und zu stark bewachsen war.

Wacholderheiden sind auf eine regelmäßige Pflege angewiesen. Zu dicht stehende Wacholderbüsche und andere aufkommende Gehölze ersticken licht- und wärmeliebende Pflanzen und Tiere. Neben der Beweidung mit Schafen und Ziegen müssen die Wacholderheiden auch maschinell regelmäßig ausgelichtet werden.

Der Landschaftspflegetrupp des Regierungspräsidiums pflegt viele der Heiden des Oberen Filstals seit Jahrzehnten und hatte auch diesen Landschaftspflegetag gut vorbereitet. Die Helferinnen und Helfer trugen das bereitliegende Schnittgut anschließend aus der Fläche. Die Heide ist nun wieder luftiger, um den lichthungrigen Arten optimale Bedingungen zu bieten.

Neben dem Nutzen für Pflanzen und Tiere profitieren auch Erholungssuchende von der gepflegten Landschaft. Die Wacholderheiden und die reiche Artenvielfalt ziehen zahlreiche Besucherinnen und Besucher an. Am Haarberg gibt es ausgeschilderte Wanderwege und Aussichtspunkte, die das Gebiet besonders attraktiv machen.

Hintergrundinformationen

Das 110 Hektar große Naturschutzgebiet Haarberg-Wasserberg wurde 1990 vom Regierungspräsidium Stuttgart ausgewiesen. Prägend sind die Wacholderheiden, die einst durch die Beweidung mit Ziegen und Schafen entstanden sind.

Hier blühen im Frühjahr Küchenschelle und Frühlingsenzian, im Frühsommer zahlreiche Orchideenarten, zum Beispiel Fliegen-Ragwurz und Helm-Knabenkraut. Eine Vielzahl an Schmetterlingen, Wildbienen und Heuschrecken ist hier zu Hause. Darunter sind zahlreiche gefährdete Arten wie der seltene Libellen-Schmetterlingshaft oder der vom Aussterben bedrohte Deutsche Sandlaufkäfer. Haarberg und Wasserberg gehören wegen ihrer ökologisch wertvollen Lebensräume und mehrerer europaweit geschützter Tierarten auch zum europaweiten Schutzgebietsnetz „Natura 2000“.

Da das Naturschutzgebiet in einem vielbesuchten Wandergebiet liegt, hat das Regierungspräsidium mehrere Informationstafeln zur Natur und Landschaft, Pflanzen, Tieren und Landschaftspflege aufgestellt und bietet über die Smartphone-App „Unterwegs im Naturschutzgebiet“ GPS-gestützte Touren an: eine Audioguidetour, eine Rätseltour und eine Fauna-Flora-Tour.

Publikationen

Zum Naturschutzgebiet Haarberg-Wasserberg und zur Landschaftspflege im Oberen Filstal sind über das Regierungspräsidium Stuttgart zwei kostenlose Publikationen erhältlich: das Faltblatt „Naturschutzgebiet Haarberg-Wasserberg – Interaktive Touren für Familien, Wanderer und Naturliebhaber“ (pdf) und die Broschüre „Landschaftspflegeprojekt Filsalb – Ein Gewinn für Naturschutz, Landwirtschaft und Naherholung“ mit der Faltblattbeilage „Entdeckertouren auf der Filsalb“. Eine digitale Version des Faltblatts ist auf der Internetseite des Regierungspräsidiums Stuttgart sowie auf der Internetseite der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg abrufbar. Die Broschüre kann auf Nachfrage kostenlos vom Regierungspräsidium Stuttgart zugeschickt werden (piroschka.haasis@rps.bwl.de).


Bild 1 (jpg):  Weitläufige Wacholderheiden prägen die Südhänge des Haarbergs. Das eindrucksvolle Landschaftsbild entsteht durch jahrzehntelange, konsequente Heidepflege und gute Beweidung. Foto: Ingo Depner/RPS 
Bild 2 (jpg): Wacholderheide im Naturschutzgebiet Haarberg-Wasserberg mit Blick auf den Weigoldsberg und das Obere Filstal. Foto: Ingo Depner/RPS
Bild 3 (jpg): Deutscher Sandlaufkäfer (Cylindera germanica). Dieser ist in Baden-Württemberg vom Aussterben bedroht. Er besiedelt Magerrasen und Wacholderheiden mit offenen Bodenstellen mit bindigen, mergeligen oder lehmigen, wechselfeuchten Böden. Foto: Ingo Depner/RPS
Bild 4 (jpg): Libellen Schmetterlingshaft (Libelloides coccajus). Eine seltene Art, die weder zu den Schmetterlingen noch zu den Libellen gehört, sondern der Ordnung der Netzflügler zugeordnet wird. Sie besiedelt Magerrasen und Wacholderheiden in windgeschützten Lagen mit lückiger Vegetation und offenen Bodenstellen. Foto: Ingo Depner/RPS.
Bild 5 (jpg): Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris), ein typischer Frühblüher auf den Wacholderheiden im Naturschutzgebiet Haarberg-Wasserberg. Foto: RPS
Bild 6 (jpg): Helm-Knabenkraut (Orchis militaris). Eine von zahlreichen Orchideen-Arten, die im Naturschutzgebiet Haarberg-Wasserberg vorkommt. Foto: Ingo Depner/RPS.
Bild 7 (jpg): Drohnenaufnahme beim Landschaftspflegeeinsatz. Foto: RPS
Bild 8 (jpg) und Bild 9 (jpg): Landschaftspflegeeinsatz im Naturschutzgebiet Haarberg-Wasserberg. Foto: jeweils RPS 

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