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Stabsstelle Energiewende, Windenergie und Klimaschutz

Praxisnahe Impulse für die Wärmewende im Regierungsbezirk Stuttgart

Erfolgreiche Veranstaltung in Stuttgart bringt Kommunen zusammen

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Regierungspräsidentin Susanne Bay begrüßt die Teilnehmenden des Workshops

Wie gelingt der Weg von der kommunalen Wärmeplanung in die konkrete Umsetzung? Rund 100 Fachleute tauschten sich bei der zweiten Praxisveranstaltung des Regierungspräsidiums Stuttgart am 30. Juni 2026 über erfolgreiche Lösungen, innovative Ansätze und zentrale Herausforderungen der Wärmewende aus. 

Wie gelingt die Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung in der Praxis? Welche technischen, rechtlichen und organisatorischen Lösungen stehen Städten und Gemeinden zur Verfügung? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die zweite Fachveranstaltung der Reihe „Kommunale Wärmeplanung: Aus der Praxis für die Praxis“ des Regierungspräsidiums Stuttgart (RPS) in Kooperation mit der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg. Rund 100 Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen, Energieagenturen, Planungsbüros, Stadtwerken und Fachbehörden nutzten die Gelegenheit zum Austausch über aktuelle Entwicklungen und erfolgreiche Praxisbeispiele im Regierungspräsidium Stuttgart.

In ihrer Begrüßung hob Regierungspräsidentin Susanne Bay das Ziel der Veranstaltung hervor: „Eine gute Wärmeplanung endet nicht mit einem Konzept. Sie muss Kommunen dabei unterstützen, die nächsten Schritte für eine zukunftsfähige Wärmeversorgung zu gehen. Unser Ziel ist eine Planung mit umsetzbaren Maßnahmen, die eine verlässliche Grundlage für die Weiterentwicklung der kommunalen Wärmeversorgung bildet.“

Die Fachreferierenden aus der Praxis hoben in ihren vielfältigen Beiträgen die zentrale Bedeutung der kommunalen Wärmeplanung für das Gelingen der Wärmewende hervor. Zudem betonten sie, dass der fachliche Austausch eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung der damit verbundenen Herausforderungen spielt.

Die Veranstaltung bot den Teilnehmenden einen umfangreichen Überblick über aktuelle Rahmenbedingungen und Praxisansätze zur Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung. Im Fokus standen dabei insbesondere Fragen der Wärmeversorgung der Zukunft, die Entwicklung nachhaltiger Wärmenetze sowie innovative technische Lösungen zur Nutzung erneuerbarer Wärmequellen. Anhand konkreter Beispiele aus Kommunen wurden Erfahrungen aus der Praxis vorgestellt und wertvolle Erkenntnisse für die Umsetzung vor Ort vermittelt.

Ein besonderer Mehrwert der Veranstaltung lag im Erfahrungsaustausch zwischen den verschiedenen Akteuren. Gerade für kleinere Kommunen bot die Fachveranstaltung die Möglichkeit, von bereits gesammelten Erfahrungen zu profitieren, Herausforderungen gemeinsam zu diskutieren und Anregungen für die nächsten Umsetzungsschritte mitzunehmen. Deutlich wurde, dass die kommunale Wärmeplanung kein einmaliges Projekt, sondern ein langfristiger Transformationsprozess ist, der strategische Planung, Zusammenarbeit und Ausdauer erfordert.

Am Nachmittag vertieften die Teilnehmenden die Themen in Workshops. Diskutiert wurden Erfolgsfaktoren für die Entwicklung kommunaler Wärmenetze, innovative Ansätze zur Förderung energetischer Sanierungen sowie Strategien zur Umsetzung der Wärmeplanung und zur Einbindung der Bürgerinnen und Bürger.

Die Veranstaltung machte deutlich, dass die kommunale Wärmeplanung eine zentrale Grundlage für eine klimafreundliche, sichere und zukunftsfähige Wärmeversorgung darstellt. Gleichzeitig zeigte sie, dass der Wissenstransfer zwischen Kommunen, Fachbehörden und weiteren Akteuren ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Umsetzung der Wärmewende vor Ort ist.

Hintergrundinformationen

Ein kommunaler Wärmeplan umfasst vier Elemente:

  1. Bestandsanalyse

    Erhebung des aktuellen Wärmebedarfs und -verbrauchs und der daraus resultierenden Treibhausgas-Emissionen, einschließlich Informationen zu den vorhandenen Gebäudetypen und den Baualtersklassen, der Versorgungsstruktur aus Gas- und Wärmenetzen, Heizzentralen und Speichern sowie Ermittlung der Beheizungsstruktur der Wohn- und Nichtwohngebäude.
     
  2. Potenzialanalyse

    Ermittlung der Potenziale zur Energieeinsparung für Raumwärme, Warmwasser und Prozesswärme in den Sektoren Haushalte, Gewerbe-Handel-Dienstleistungen, Industrie und öffentlichen Liegenschaften sowie Erhebung der lokal verfügbaren Potenziale erneuerbarer Energien und Abwärmepotenziale.
     
  3. Aufstellung Zielszenario

    Entwicklung eines Szenarios zur Deckung des zukünftigen Wärmebedarfs mit erneuerbaren Energien zur Erreichung einer klimaneutralen Wärmeversorgung. Dazu gehört eine räumlich aufgelöste Beschreibung der dafür benötigten zukünftigen Versorgungsstruktur im Jahr 2050 mit einem Zwischenziel für 2030. Dies gelingt durch die Ermittlung von Eignungsgebieten für Wärmenetze und Einzelversorgung.
     
  4. Wärmewendestrategie

    Formulierung eines Transformationspfads zur Umsetzung des kommunalen Wärmeplans, mit ausgearbeiteten Maßnahmen, Umsetzungsprioritäten und Zeitplan für die nächsten Jahre und einer Beschreibung möglicher Maßnahmen für die Erreichung der erforderlichen Energieeinsparung und den Aufbau der zukünftigen Energieversorgungsstruktur.

Der Prozess der kommunalen Wärmeplanung führt Potenziale und Bedarf systematisch zusammen. Auf diese Weise lassen sich Einsatzmöglichkeiten der Energiequellen im künftigen Energiesystem definieren und lokal umsetzen. Bei der nachfolgenden Einbindung des kommunalen Wärmeplans in die weiteren kommunalen Planungsaufgaben sollten die Beteiligten der Wärme- und Stadtplanung sich regelmäßig abstimmen. Ein kommunaler Wärmeplan wirkt dabei als Routenplaner. Denn seine Ergebnisse und Handlungsvorschläge dienen dem Gemeinderat und den Ausführenden als Grundlage für die weitere Stadt- und Energieplanung. Während des gesamten Prozesses gilt es, die Inhalte anderer Vorhaben der Kommune, etwa die der Bauleit- oder Regionalplanung, zu berücksichtigen.

Mehr Informationen zur Kommunalen Wärmeplanung sind auf dem Wissensportal der KEA BW unter www.kea-bw.de > Wärmewende > Wissensportal > Kommunale Wärmeplanung abrufbar.

Bild (jpg): Regierungspräsidentin Susanne Bay begrüßt die Teilnehmenden des Workshops
Quelle: Regierungspräsidium Stuttgart (RPS)
 

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