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Landwirtschaft

Regierungspräsidentin Bay auf Sommertour im Hohenlohekreis und im Landkreis Schwäbisch-Hall: Landwirtschaft im Fokus

Förderbescheid über knapp 2 Millionen Euro übergeben

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Regierungspräsidentin Susanne Bay mit Mitarbeitenden des Ferkelschlachthofs Beck in Neu-Kupfer

Regierungspräsidentin Bay war einen Tag lang in Hohenlohe unterwegs. Sie besuchte mit dem Ferkelschlachthof Beck in Neu-Kupfer und mit dem Betrieb Bezelberger in Wolpertshausen-Hohenberg zwei Unternehmen, die in Sachen Schweinefleisch tätig sind. Außerdem besuchte sie den Bioland-Gemüsebaubetrieb Engelhardt mit einem innovativen Regenwasser-Speichersystem.

Heute (20. August 2026) besuchte Regierungspräsidentin Susanne Bay den Ferkelschlachthof Beck in Neu-Kupfer, den Betrieb Bezelberger Betriebs GbR in Wolpertshausen-Hohenberg sowie den Bioland-Gemüsebetrieb Engelhardt in Untermünkheim. Bay informierte sich vor Ort über die Aufzucht von Schweinen und die Produktion von Schweinefleisch: „Landwirtschaftliche Betriebe wie hier in der Hohenlohe sind ein wichtiger Eckpfeiler für die regionale Wirtschaft und auch für unsere Ernährungssicherheit. Daher unterstützt das Land die heimische Ferkelerzeugung. So tragen wir dazu bei, dass unsere landwirtschaftlichen Betriebe zukunftsfähig erhalten werden und leisten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Ernährungssouveränität“, sagte Regierungspräsidentin Susanne Bay.

Der Ferkelschlachthof Beck ist mit einer Kapazität von über 3.000 geschlachteten Ferkeln pro Tag der weltweit größte Spezialschlachthof für Spanferkel. Das Unternehmen beliefert sämtliche namhaften deutschen Handelsketten und exportiert seine Produkte in zahlreiche Länder weltweit. „Die Lage am Ferkelmarkt war angespannt, die Vermarktung schwierig. Wenn die Betriebe hier unter Druck geraten, steigt die Abhängigkeit von Importen und internationalen Marktentwicklungen. Daher unterstützt das Land heimische Betriebe. Dass der Betrieb Beck als einziger deutscher Hersteller von Spanferkel-Spezialitäten über eine Exportzulassung für China verfügt ist ein Alleinstellungsmerkmal in der Branche, auf das der Betrieb stolz sein kann“, erklärte die Regierungspräsidentin

Regierungspräsidentin Bay übergab bei ihrem Besuch des Ferkelschlachthofs Beck einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 1,918 Millionen Euro aus Mitteln der Marktstrukturförderung an die Beck GmbH & Co. KG. Die Förderung soll den Anbau einer Produktionshalle mit einer modernen Fertigungslinie zur Herstellung von Spanferkelnuggets und anderen Convenience-Produkten ermöglichen.

Anschließend ging es für die Regierungspräsidentin zur Bezelberger Betriebs GbR, die einen Schweinebetrieb betreibt. Die Schweinehaltung der Familie Bezelberger erfolgt im sogenannten geschlossenen System: Ferkelerzeugung, Ferkelaufzucht und Schweinemast sind auf dem Betrieb vereint, die Tiere werden von der Geburt bis zum Ende der Mastdauer auf demselben Betrieb gehalten. So werden lange Transportwege vermieden. Es gibt etwa 290 Zuchtsauenplätze, rund 1.500 Ferkelaufzuchtplätze und etwa 500 Mastplätze.

In den vergangenen rund zehn Jahren investierte die Bezelberger Betriebs GbR in den Neu- und Umbau von besonders tiergerechten Stallgebäuden. Unterstützt wurde das Familienunternehmen dabei durch Fördermittel von rund 1,5 Millionen Euro im Rahmen des Agrarinvestitionsförderprogramms.

Alle Schweine der Familie Bezelberger werden in besonders tiergerechten Stallungen gehalten. Die Vermarktung erfolgt über das Hofglück-Programm einer großen Handelskette. Die Produkte tragen die Stufe 4 der sogenannten Haltungsform-Kennzeichnung. Stufe 4 steht für Auslauf/Weide und bedeutet, dass die Tiere ganztägig – zusätzlich zum überwiegend geschlossenen Stall – Auslauf haben oder im Freien leben.

„Sie haben mit ihren Investitionen einen großen Schritt gewagt. Die Schweine haben auf ihrem Hof deutlich mehr Platz als gesetzlich vorgeschrieben. Das ist auch vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern wichtig. Das Land unterstütz daher mit verschiedenen Förderprogrammen mehr Tierwohl in der Landwirtschaft und stärkt so gleichzeitig die kleinbäuerlichen Strukturen“, betonte Bay.

Landwirtschaft im Klimawandel

Der Bioland-Betrieb Engelhardt in Untermünkheim-Schönenberg, auf dem sich mittlerweile bereits die 10. und 11. Generation die Arbeit teilen, hat sich vor vielen Jahren auf die Herausforderungen des Klimawandels vorbereitet. Durch den Bau einer umfangreichen Teichanlage mit einem Fassungsvermögen von rund 20.000 Kubikmetern, die sowohl von einem kilometerlangen Rohrsystem aus dem Fluss Kocher als auch von den Dachflächen des Betriebs gespeist wird, kann der Bio-Betrieb auch in Zeiten extremer Trockenheit Bio-Gemüse auf mehr als 30 Hektar Ackerfläche und im Gewächshaus erzeugen. Diese weitsichtige Investition, die bereits vor zehn Jahren in Zusammenarbeit mit der Universität Hohenheim konzipiert und ohne staatliche Förderung realisiert wurde, hat sich in den vergangenen Hitzesommern als entscheidender Faktor einer resilienten Bewirtschaftung in Hitzeperioden erwiesen. Trotz der großen Teichanlage sind jedoch auch hier die Auswirkungen von Hitze und Trockenheit nicht zu übersehen, was die anhaltende Herausforderung durch den Klimawandel unterstreicht.

„Dass Sie hier voran gehen und gemeinsam mit der Universität Hohenheim so ein innovatives Projekt gestemmt haben, zeugt von Mut und Weitsicht. Vor den Auswirkungen durch den Klimawandel können wir alle nicht die Augen verschließen. Es ist unsere gemeinsame Mammutaufgabe, die globale Erwärmung einzudämmen und die Folgen zu bewältigen“, sagte die Regierungspräsidentin.

2018 und 2022 wurde der Betrieb vom Land mit rund 475.000 Euro für das Gewächshaus – Erweiterung und neue Technik wie Hackschnitzelheizung – unterstützt.

Hintergrundinformationen

Informationen zu den fünf Haltungsstufen – von 1 „Stall“ bis 5 „Bio“ – gibt es beim Bundeslandwirtschaftsministerium.
Einen Überblick über die Fördermöglichkeiten des Landes für die Landwirtschaft gibt es auf dem gemeinsamen Themenportal der Regierungspräsidien Baden-Württemberg.

Bild 1 (jpg): Übergabe des Förderbescheides
Bild 2 (jpg): Regierungspräsidentin Susanne Bay mit Mitarbeitenden des Ferkelschlachthofs Beck
Bild 3 (jpg): Mitarbeitende des Ferkelschlachthofs Beck

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