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Stärkung für die Region Stuttgart: Land fördert wichtige Nahverkehrsprojekte
Land fördert drei wichtige Verkehrsvorhaben mit über 25 Millionen Euro
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Das Land Baden-Württemberg fördert drei wichtige Verkehrsvorhaben in der Region Stuttgart mit über 25 Millionen Euro: den barrierefreien Umbau der Bahnsteige 1 und 2 des Bahnhofs Wendlingen am Neckar und neue Weichenverbindungen für die S-Bahn-Stammstrecke zwischen den Haltestellen Schwabstraße und Österfeld sowie am Bahnhof S-Vaihingen.
Die Qualitätsoffensive für den Schienenknoten Stuttgart (QSS) hat das Ziel, den Schienenverkehr in der Region deutlich zu stärken. Das Land Baden-Württemberg unterstützt die DB InfraGO AG als ausführendes Eisenbahninfrastrukturunternehmen und den Verband Region Stuttgart (VRS) als Aufgabenträger der S-Bahn Stuttgart. In enger Zusammenarbeit werden die Bahnsteige 1 und 2 des Bahnhofs Wendlingen am Neckar barrierefrei umgebaut. Außerdem werden neue Weichenverbindungen für die S-Bahn-Stammstrecke zwischen den Haltestellen Schwabstraße und Österfeld sowie am Bahnhof Stuttgart-Vaihingen eingebaut. Insgesamt werden die Projekte mit rund 25,8 Millionen Euro gefördert.
Verkehrsminister Winfried Hermann betonte: „Die Projekte in Wendlingen und Stuttgart bringen den öffentlichen Nahverkehr in der Region voran. Die neuen Weichenverbindungen in Stuttgart sorgen dafür, dass mehr Züge fahren können. Durch den barrierefreien Ausbau am Bahnhof Wendlingen können wirklich alle das Nahverkehrsangebot nutzen. Diese Vorhaben tragen dazu bei, dass Fahrgäste zukünftig pünktlicher und zuverlässiger an ihr Ziel kommen. Dank der intensiven Zusammenarbeit zwischen dem Land, der Deutschen Bahn und dem Verband Region Stuttgart im Rahmen der Qualitätsoffensive für den Schienenknoten Stuttgart wird der öffentliche Nahverkehr in der Region für alle attraktiver.“
Regierungspräsidentin Susanne Bay sagte: „Diese wichtigen Projekte zu unterstützen und gemeinsam den ÖPNV in der Region aufzuwerten, ist ein wichtiges Anliegen für uns. Mit den Förderungen helfen wir, die Schieneninfrastruktur und die Barrierefreiheit in der Region Stuttgart spürbar zu verbessern. Unser Ziel ist es, mehr Fahrgäste zur Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs zu bewegen und damit klimafreundliche Mobilität zu stärken.“
Die Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für Baden-Württemberg, Dr. Clarissa Freundorfer, hob hervor: „Mit Stuttgart 21 und der künftig digitalen Steuerung des Zugbetriebs eröffnen sich in der Region zusätzliche Möglichkeiten für eine Erweiterung des Angebots. Die DB schätzt es sehr, dass der Verband Region Stuttgart weiterhin nachhaltig in die Qualitätsverbesserung der S-Bahn investiert und das Land dieses Engagement tatkräftig unterstützt. Wir alle werden im Alltag davon profitieren, wenn die Bahn zuverlässige Mobilität ermöglicht.“
Der Regionaldirektor des VRS, Dr. Alexander Lahl, betonte: „Durch die QSS-Maßnahmen wird der S-Bahn Betrieb in der Region stabiler und kann attraktiver gestaltet werden. Die Rolle der S-Bahn als Rückgrat für den öffentlichen Nahverkehr in der Region Stuttgart wird gestärkt. Die Umsetzung und Finanzierung solcher Projekte im Bestand und unter laufendem Betrieb ist nur dank der guten und engen Zusammenarbeit aller Akteure möglich – auch wenn natürlich jede Baumaßnahme eine Herausforderung für die Fahrgäste bedeutet“.
S-Bahn-Stammstrecke Stuttgart zwischen den Haltestellen Schwabstraße und Österfeld
Es werden zwei weitere Weichenverbindungen in der S-Bahn-Stammstrecke zwischen den Haltestellen Schwabstraße und Österfeld realisiert. Diese Maßnahme soll im Fall von Störungen oder Bauarbeiten zwischen den Haltestellen Stuttgart-Schwabstraße und Stuttgart-Vaihingen dazu beitragen, dass der S-Bahn Betrieb deutlich flexibler gestaltet werden kann:
- Einbau von zwei einfachen Gleiswechseln zwischen den Haltestellen Schwabstraße und Universität in Stuttgart
- Anpassung der Oberleitungsanlage
- Anbindung der beiden Gleiswechsel an die Leit- und Sicherungstechnik
Die Gesamtkosten für das Vorhaben betragen rund 17,8 Millionen Euro, wobei das Land Baden-Württemberg eine Förderung in Höhe von etwa 14,1 Millionen Euro bereitstellt. Der Verband Region Stuttgart trägt 3,7 Millionen Euro.
Bahnhof Stuttgart-Vaihingen
Im Bahnhof Stuttgart-Vaihingen werden zusätzliche Weichenverbindungen eingerichtet. Der Regionalbahnsteig wird an die S-Bahngleise angebunden. Außerdem wird ein zusätzliches Abstellgleis gebaut. Das ist wichtig vor dem Hintergrund des Fahrzeugmehrbedarfs, der durch die Ausweitung des S-Bahn-Angebots entstehen wird:
- Einbau von zwei Weichenverbindungen zur Anbindung des Regionalbahnsteiges
- Zusätzliche Weiche für die beidseitige Anbindung des Gleises 205 zur zukünftigen Nutzung als Abstellgleis für die S-Bahn
- Errichtung von zusätzlicher Beleuchtung, Bau eines Rangiergleises und zusätzlicher Einstiegshilfen
Die Gesamtkosten für das Vorhaben betragen rund 12,7 Millionen Euro, wobei das Land Baden-Württemberg eine Förderung in Höhe von etwa 9,9 Millionen Euro bereitstellt. Der Verband Region Stuttgart trägt 2,8 Millionen Euro.
Wendlingen am Neckar
Der Bahnhof Wendlingen am Neckar wird umgebaut, um einen barrierefreien Zugang zu der S-Bahn an den Bahnsteigen 1 und 2 zu ermöglichen. Der Umbau ist ein Baustein zur Verlängerung der S1 von Plochingen nach Nürtingen. Durch den Umbau können diese Gleise zukünftig von S-Bahntriebwagen der S-Bahn Stuttgart angefahren werden.
- Erhöhung des Bahnsteigs 1 am Gleis 1 auf 96 Zentimeter über Schienenoberkante
- Teilerhöhung des Bahnsteigs 2 zwischen den Gleisen 2 und 3 für den barrierefreien Zugang zur S-Bahn inklusive einer Anpassung der Entwässerung und des Kabeltiefbaus über eine Länge von 26 Metern
- Stilllegung nicht mehr genutzter Bahnsteiglängen
- Neubau des taktilen Leitsystems auf den Bahnsteigen für den Bereich der Teilerhöhung und der bestehenden Bahnsteige
- Ergänzung des Wetterschutzes durch zusätzliche Wetterschutzhäuser
- Anpassung der technischen Ausrüstung in Form von Beleuchtung und Beschallung
Die Gesamtkosten für das Vorhaben betragen rund 2,9 Millionen Euro, wobei das Land Baden-Württemberg eine Förderung in Höhe von etwa 1,7 Millionen Euro bereitstellt. Der Verband Region Stuttgart trägt 1,2 Millionen Euro an der Maßnahme. Für den barrierefreien Umbau der Bahnsteige 1 und 2 des Bahnhofs Wendlingen am Neckar hatte das Regierungspräsidium Stuttgart 2023 einen vorzeitigen Baubeginn durch Ausstellung einer Unbedenklichkeitsbescheinigung ermöglicht, der Verband Region Stuttgart hat die Vorfinanzierung gesichert. Damit konnte der Umbau bereits begonnen und nahezu abgeschlossen werden.
Hintergrundinformationen
Die nun geförderten Vorhaben werden nach dem Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG) gefördert, tragen dazu bei, die Infrastruktur und die Barrierefreiheit in der Region zu verbessern und sind wichtige Schritte auf dem Weg zu einer klimafreundlichen Mobilität.
Das Land unterstützt die Qualitätsverbesserung im ÖPNV mit Mitteln des LGVFG. Bei Projekten für die Barrierefreiheit und Maßnahmen mit besonderem Interesse des Landes darf ein erhöhter Fördersatz in Höhe von 75 Prozent – statt der sonst üblichen 50 Prozent – der zuwendungsfähigen Kosten gewährt werden.
Der VRS ist für die Organisation und Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs in der Region ein wichtiger Akteur. Seine Aufgaben umfassen unter anderem die Planung und den Betrieb des S-Bahn-Verkehrs, die Festlegung der Fahrpläne und die Sicherstellung der Finanzierung. Ziel des Verbands ist es, insbesondere die S-Bahn verlässlicher und attraktiver zu gestalten und das Angebot weiter auszubauen. Dadurch kann ein maßgeblicher Beitrag dazu geleistet werden, die Verkehrswende voranzutreiben, den Klimaschutz zu stärken und Ressourcen zu schonen. So kann die Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs insgesamt gesteigert und die Umweltbelastung durch geringeren Individualverkehr reduziert werden.
Das LGVFG ist das zentrale Instrument zur Förderung der kommunalen Verkehrsinfrastruktur im Land. Damit soll die Attraktivität von umweltverträglichen Verkehrsmitteln erhöht und der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) vorangetrieben werden.
Weitere Informationen zum Thema Förderung nach dem LGVFG finden Interessierte auf dem Themenportal der Regierungspräsidien unter https://rp.baden-wuerttemberg.de > Wirtschaft > Förderprogramme > Förderbereich Mobilität, Verkehr, Straßen > Förderung ÖPNV (LGVFG-ÖPNV).
Foto (Quelle RPS)
v. l. n. r.: Marcel Wolf, Bezirksvorsteher von Stuttgart-Vaihingen, Regierungspräsidentin Susanne Bay, Verkehrsminister Winfried Hermann, Dr. Clarissa Freundorfer, Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für Baden-Württemberg, Dr. Alexander Lahl, Regionaldirektor des VRS