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Zukunftssichere Abwasserreinigung im Leintal: Land unterstützt Kläranlagen-Ausbau mit fast 11 Millionen Euro (Ostalbkreis)
Regierungspräsidentin Bay: „Die interkommunale Zusammenarbeit sorgt für eine zukunftsfähige Abwasserbeseitigung“
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Auf ihrer Sommertour im Ostalbkreis machte Regierungspräsidentin Bay heute auch im Leintal Halt. Sie übergab einen Förderbescheid von knapp 11 Millionen Euro für den Ausbau der Kläranlage Horn an den Vorsitzenden des Zweckverbands.
Das Regierungspräsidium Stuttgart (RPS) fördert die Erweiterung der Kläranlage Horn in Leinzell-Göggingen mit insgesamt 10.982.600 Euro. Regierungspräsidentin Susanne Bay übergab heute (6. August 2026) den Förderbescheid an Marc Schäffler, Bürgermeister von Leinzell und Vorsitzender des Zweckverbands Abwasser Leintal. Damit wird der erste wichtige Schritt für die neue „Abwasserzentrale Leintal“ im Ostalbkreis gemacht: Ziel ist es, die Abwasserreinigung mehrerer Gemeinden an einem zentralen, modernen Standort zu bündeln und so die Umwelt nachhaltig zu schützen.
Regierungspräsidentin Susanne Bay sagte bei der Übergabe des Förderbescheids: „Saubere Gewässer sind die Lebensadern unserer Region. Mit der Förderung von fast elf Millionen Euro investiert das Land direkt in die Zukunft des Leintals. Wir sorgen dafür, dass die Abwasserreinigung auf dem neuesten Stand der Technik bleibt und unsere Flüsse auch für kommende Generationen geschützt werden.“
„Als Vorsitzender des Zweckverbands Abwasser Leintal erfüllt es mich mit großem Stolz, dass wir heute einen bedeutenden Meilenstein erreichen. Mit der Unterstützung des Landes schaffen wir die Grundlage für eine leistungsfähige, zukunftsfähige und nachhaltige Abwasserinfrastruktur in unserer Region und damit für die kommenden Jahrzehnte“, erklärte Bürgermeister Marc Schäffler. „Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, was durch eine starke interkommunale Zusammenarbeit möglich ist. Die gemeinsame Verantwortung und das Engagement aller Gemeinden sind ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Kommunen mit der Unterstützung des Landes Baden-Württemberg wichtige Zukunftsinvestitionen erfolgreich umsetzen können“, so Schäffler weiter.
Bündelung der Kräfte für mehr Effizienz
Die Kläranlage Horn in Leinzell-Göggingen ist in die Jahre gekommen und muss dringend modernisiert werden. Anstatt jedoch viele kleine Anlagen im Leintal einzeln zu sanieren, haben sich die Gemeinden für einen zukunftsorientierten gemeinsamen Weg entschieden: Die Zusammenlegung der Abwasserreinigung am Standort Horn. Durch diese Zentralisierung können Synergien genutzt und die Kosten für die beteiligten Kommunen langfristig stabil gehalten werden.
„Zusammenarbeit zahlt sich aus. Dass sich so viele Gemeinden zusammenschließen, um eine gemeinsame, leistungsstarke Lösung zu finden, zeigt echtes Verantwortungsbewusstsein. Dieses Projekt ist ein Vorbild dafür, wie wir Infrastruktur in Baden-Württemberg effizient und nachhaltig gestalten können. Gemeinsam tragen Land und Kommunen so auch zur Daseinsvorsorge bei“, sagte die Regierungspräsidentin.
Zukunftsfähige Modernisierung und Kapazitätserweiterung
Im nun geförderten ersten Funktionsabschnitt wird zunächst die Anlage biologisch und hydraulisch erweitert. So kann bereits im nächsten Funktionsabschnitt Heuchlingen als erste der geplanten fünf Kläranlagen angeschlossen werden.
Die wesentlichen Maßnahmen des ersten Bauabschnitts umfassen den Neubau eines Zulaufhebewerks, das das Abwasser mittels moderner Technik auf das erforderliche Niveau für den Reinigungsprozess hebt. Zudem entstehen ein neues Gebäude für die mechanische Reinigung sowie moderne Becken für die biologische Abwasserreinigung. Bestehende Anlagenteile werden dabei nicht einfach ersetzt, sondern intelligent in das neue Gesamtkonzept integriert und für neue Aufgaben umgerüstet.
Mit diesem Projekt stellt sich der Zweckverband Abwasserreinigung Leintal unter dem Titel „Abwasserzentrale Leintal 2035+“ bereits heute für die kommenden Jahrzehnte auf. Nach aktueller Planung sollen bis 2035 die fünf Kläranlagen Heuchlingen, Schechingen, Ruppertshofen, Hönig und Birkenlohe angeschlossen und stillgelegt sein.
Die Planung aus dem Erläuterungsbericht des Verbands stellt dar, dass nach Vollendung des achten Funktionalabschnitts der Kläranlagenstandort noch Zukunftspotential bietet. Im Zuge des Planungsprozesses werden Erweiterungsflächen vorgesehen, damit zukünftig auch andere Kläranlagen im Einzugsgebiet der Kläranlage Horn sich an diese anschließen und somit dem Verband beitreten können. Aufgrund dieser Zukunftsperspektive wurde dem Projekt der Titel „Abwasserzentrale Leintal 2035+“, kurz AZL2035+, gegeben, da die Kläranlage Horn mittel- bis langfristig die komplette Klärung des Abwassers im betreffenden Lein-Abschnitt übernehmen soll.
Hintergrundinformationen
| Antragsteller | Zweckverband Abwasserreinigung Leintal |
| Maßnahme | Erweiterung Kläranlage Horn; Funktionsabschnitt 1: Hydraulischer und biologischer Ausbau |
| Förderprogramm | Abwasser Kommunal |
| Ort der Maßnahme | Göggingen-Horn (Leinzell) im Leintal |
| Geplante Ausbaugröße | 22.500 EW (EW = Einwohnerwert / Schmutzfracht, die eine Kläranlage behandeln kann) |
| Gesamt-Ausgaben laut Antragsteller in Euro | 21.865.000,00 |
| Zuwendungsfähige Ausgaben in Euro | 14.982.018,25 |
| Zuwendung in Euro | 10.982.600 (rund 73 Prozent Förderung der zuwendungsfähigen Ausgaben – Fördersatz abhängig vom Abwasserentgelt) |
| Mitgliedsgemeinden |
Göggingen, Iggingen und Leinzell (Gründungsmitglieder 1964) Täferrot (beitritt 1985) Schechingen, Heuchlingen und Ruppertshofen (öffentlich-rechtliche Vereinbarung zum Verbandsbeitritt bei Anschluss) |
Anlage:
Gruppenbild (jpg)