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Runder Tisch zum Lückenschluss B 295 / B 464
Landrat Bernhard: „Der Lückenschluss braucht Tempo.“
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Viele Autofahrer und Berufspendler warten seit über zehn Jahren auf eine leistungsstarke Verknüpfung im Bestand der beiden Bundesstraßen 464 und 295 bei Renningen, um Verkehrsfluss und Verkehrssicherheit zu verbessern. Andere befürchten eine Ersatzautobahn, wenn das Straßennetz auf vier Streifen ausgebaut werden würde. Zuletzt hatte der Gemeinderat Magstadt eine Resolution verabschiedet, die den vierstreifigen Ausbau fordert.
Um im Projekt Fortschritte zu erzielen, hatte daher der Landrat am Mittwoch (6. Mai 2026) das zuständige Regierungspräsidium Stuttgart (RPS) und die betroffenen Kommunen Renningen, Leonberg und Magstadt zu einem Runden Tisch geladen: „Der Lückenschluss ist eins der wichtigsten Verkehrsprojekte im Landkreis. Wir brauchen jetzt die schnelle Realisierung einer maßvollen Verknüpfung“, betont Landrat Bernhard.
Nach fachlicher Einschätzung würde die Forderung nach einem durchgehend vierstreifigen Ausbau im betreffenden Abschnitt erhebliche Risiken für das Gesamtprojekt mit sich bringen. Eine solche Änderung wäre keine Anpassung der laufenden Planung, sondern käme einer grundlegenden Neuplanung gleich; mit entsprechenden Auswirkungen auf Zeitplan, Verfahren und bereits erzielte Abstimmungsergebnisse.
Das Regierungspräsidium Stuttgart hob insbesondere die Situation auf Bundesebene als zentralen und entscheidenden Punkt hervor. Die bestehende Planung zielt auf einen richtlinienkonformen Umbau der bisweilen provisorischen Verknüpfung der Bundesstraßen ab. Ein durchgehend vierstreifiger Ausbau zwischen dem Naturtheater Renningen und dem Knotenpunkt B 295 / B 464 würde hingegen eine grundlegende Erweiterung mit dauerhafter Kapazitätserhöhung der B 295 bedeuten und den bisherigen Planungsansatz deutlich überschreiten.
Solche Maßnahmen müssen im Bedarfsplan des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) bewertet, priorisiert und beschlossen werden. Eine Fortschreibung des BVWP ist jedoch nicht abzusehen, und ohne eine entsprechende Verankerung in diesem Plan fehlt die rechtliche Grundlage für eine planerische und bauliche Umsetzung. Das Projekt könnte also nicht, wie beabsichtigt, weitergeführt werden. Zudem besteht das Risiko, dass eine solche Maßnahme im Rahmen der BVWP nicht im Sinne der Region bewertet und priorisiert wird.
Vertreter der Städte Leonberg und Renningen erklärten, dass die bestehende Planung weitgehend alle Anliegen der eigenen Kommunen berücksichtigt und sprachen sich für eine zügige Fortführung aus. Die Vertreter des RPS am Runden Tisch kündigten an, die bestehende Planung im fortgeschrittenen Stadium des Vorentwurfs weiterzuführen und einen aktualisierten Zeitplan für den Herbst vorzulegen.
Landrat Roland Bernhard erinnerte: „Man hat die Frage eines vierstreifigen Ausbaus bereits in der Vergangenheit intensiv geprüft und gemeinsam mit allen Beteiligten bewusst nicht weiterverfolgt.“ Auch im Rahmen der Sitzung des Umwelt- und Verkehrsausschusses am 9. März 2026 wurde dies mit Vertretern des RPS erneut, mit unverändertem Tenor, erörtert.
Unabhängig davon erkenne man die Belastungssituation vor Ort ausdrücklich an, so Landrat Bernhard. Ziel bleibe eine leistungsfähige und verkehrssichere Lösung für die gesamte Region. Diese könne jedoch nur erreicht werden, wenn die abgestimmte Planung konsequent weiterverfolgt und ohne zusätzliche Verzögerungen umgesetzt wird.
Quelle: Landratsamt Böblingen