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L1115 Brücken über den Neckar / Ost & West (Besigheim)

Zahlen & Fakten

Planungsstand: Vorplanung 

Vorhabenträger: Land Baden-Württemberg

Kosten: ca. 25 Mio. € für den gesamten Brückenzug 

Möglicher Baubeginn: ca. 2030 / Beschleunigung wird geprüft

Aktueller Stand des Verfahrens:

Die Brücke wurde nach einer vorübergehenden Vollsperrung für den Kfz-Verkehr am Freitag, 25. September für Fahrzeuge bis 2,8 t wieder freigegeben.

Runder Tisch: 03. August 2026 und 22. September 2026 sowie im Januar 2027 (geplant)

Das Projekt

Über den Neckar und den Neckarkanal in Besigheim führen mehrere Brückenbauwerke. Die darüber verlaufende L 1115 verbindet den östlich gelegenen Teil von Besigheim mit dem Hauptteil der Gemeinde und ist der Autobahnzubringer für die Gemeinde.
Im Gesamten sind es drei Bauwerke: die Wehrbrücke (Westseite) mit der Decke vom Kraftwerk der WSV und die Kanalbrücke (Ostseite), die besteht aus der Kanalbrücke mit einem Zwischenbauwerk, die Eigentum des Regierungspräsidiums Stuttgart ist.

Die Wehrbrücke (Westseite) ist eine Spannbetonbrücke aus dem Jahr 1952. Sie besteht auf drei Einfeldträgern und mit Stützweiten von 25,2 m, 26,8m und 25,2m. Der westliche Teil der Brücke ist baulich die Decke des Kraftwerks und damit in der Verantwortung des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Neckar (WSA). In der Brücke sind Stromgewinnungsanlagen verbaut. Diese müssen vor einem Ersatzneubau ausgebaut werden. Die bestehenden Wehrpfeiler der Brücke müssen erhalten bleiben.

Die Kanalbrücke (Ostseite) ist eine Spannbetonbrücke aus dem Jahr 1953. Sie überspannt den Schifffahrtskanal mit 67,6m Stützweite.

In beiden Brückenbauwerke ist spannungsrisskorrosionsgefährdeter Spannstahl verbaut und ist deshalb Teil des Brückenerhaltungsprogramm Stufe I (BEP I) des Landes (pdf). Die Neckarbrücke im Zuge der L 1115 kann aus wirtschaftlichen und technischen Gründen nicht mehr saniert werden.

Aktuelle Situation
Um den Zustand und mögliches Ankündigungsverhalten der Brücke überwachen zu können, wurden im November 2025 Schallsensoren an der Brücke montiert. Dieses Monitoring deckte Brüche in den Spannstahldrähten im Brückenteil oberhalb des Wasserkraftwerks auf. Am 19. Februar 2026 wurde daraufhin die Brücke abgelastet - nur noch Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen sowie Bus- und Rettungsverkehr durften die Neckarbrücke nutzen. Am 8. Juli hat das Überwachungssystem erneuten Alarm am Brückenteil über dem Wasserkraftwerk ausgelöst. Das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Neckar (WSA) hat dann in Abstimmung mit dem Landratsamt Ludwigsburg und dem Regierungspräsidium (zuständig für die anderen Brückenabschnitte) entschieden die Brücke für den motorisierten Verkehr zu sperren. Die Brücke war anschließend nur für den Fuß- und Radverkehr nutzbar. Für den Busverkehr hatte das Landratsamt kurzfristig ein Umleitungskonzept veröffentlicht.

Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts hat daraufhin weitere Untersuchungen vorgenommen. Hierfür wurde der betroffene Brückenbereich am Kraftwerk geöffnet. Es soll so genau geprüft werden, wie stark die vom Brückenmonitoring detektierten Brüche die Sicherheit der Brücke beeinträchtigen und ob eine Öffnung für den Pkw-Verkehr bis 2,8 t wieder möglich ist. Die Ergebnisse liegen seit dem Zweiten Runden Tisch am 22.09.2026 vor. Die Untersuchungen haben gezeigt, dass das Material der Spannstähle insgesamt noch eine ausreichende Tragfähigkeit aufweist, um den Verkehr bis 2,8 t wieder zuzulassen. Um größere/schwerere Fahrzeuge daran zu hindern, die Brücke zu befahren, braucht es eine Höhenkontrolle. Diese wurde durch das Landratsamt installiert. Die Öffnung für Fahrzeuge bis 2,8 t erfolgt ausdrücklich vorläufig und unter dem Vorbehalt der weiteren Entwicklung des Bauwerks. Um die Verkehrssicherheit auch weiterhin zu gewährleisten, bleibt die Neckarbrücke durch das installierte Monitoring rund um die Uhr überwacht. Sollte sich die Situation verschlechtern, muss die Brücke erneut geschlossen werden.

Die statischen Untersuchungen erfolgten auf Grundlage der Berechnung eines Lastmodells, das ein Befahren der Brücke mit Fahrzeugen bis 2,8 Tonnen einschließt. Da hier nicht alle erforderlichen Nachweise vollständig erbracht werden konnten, soll in den kommenden Wochen eine Querkraftverstärkung eingebaut werden. Vorgesehen ist der Einbau von rund 1.000 Ankerdübeln in engem Raster. Der Einbau soll grundsätzlich unter laufendem Verkehr erfolgen. Es kann jedoch vorübergehend eine halbseitige Sperrung erforderlich sein.

Der Ersatzneubau trägt dazu bei, unsere bestehende Infrastruktur zu erhalten.  Im Zuge des Neubaus ist eine Verbreiterung des Geh- und Radwegs vorgesehen, um die Radinfrastruktur zu verbessern.

Im Zuge des Brückenbaus wird die Landesstraße in diesem Bereich voll gesperrt. Für den Großteil der Bauzeit soll jedoch ein provisorischer Geh- und Radweg zur Verfügung stehen.

Das Projekt befindet sich aktuell in der Vorplanung. Parallel wurden bzw. werden unterschiedliche Gutachten, wie bspw. Umweltgutachten oder Bausubstanzuntersuchungen, erstellt. 

Der Ersatzneubau der Wehrbrücke ist komplex: Das Regierungspräsidium Stuttgart ist mit der Planung des Ersatzneubaus beauftragt und Eigentümerin der zwei östlichen Bauwerke, das Landratsamt Ludwigsburg ist verantwortlich für das Verkehrskonzept und die Unterhaltung der Brücke, das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) ist Eigentümerin des Brückenteils oberhalb des Wasserkraftwerks, die Neckar AG und die Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) sind Baulastträgerin und Betreiberin des Wasserkraftwerks.

Da die Planungsphase des Projektes aufgrund der komplexen Randbedingungen voraussichtlich noch einige Jahre andauern wird, wurden im November 2025 Schallsensoren zur Detektion von Spanndrahtbrüchen an der Brücke montiert.

In der Vorplanung wurden verschiedene Varianten für die neu zu bauenden Bauwerke erarbeitet und gegeneinander abgewogen. Das Kriterium „Bauzeit“ ist seit den ersten planerischen Schritten Ende 2021 maßgeblich in die Abwägung eingeflossen – Planung und auch Bau sollen so schnell wie möglich erfolgen. Daher wurden auch Lösungsvarianten untersucht, die aus vorgefertigten Trägern bestehen und einen hohen Vorfertigungsgrad aufweisen. Diese könnten mit Kränen direkt an Ort und Stelle eingehoben beziehungsweise vor Ort montiert werden. Da allen die Bedeutung der Neckarbrücke klar ist, prüfen nun die zuständigen Stellen, welchen Beitrag sie zu einer Planungs- und Baubeschleunigung leisten können. Aufgrund der komplexen Thematik ist eine Beschleunigung nur möglich, wenn alle an einem Strang ziehen. Um alle Möglichkeiten zur Beschleunigung effektiv auszuloten wurde von Regierungspräsidentin Susanne Bay ein runder Tisch einberufen: Zur Medienmitteilung | Regierungspräsidium Stuttgart

Die Wehr- und Kanalbrücke (L 1115) ist eine bedeutende Verbindungsachse über den Neckar. Aufgrund der Sperrung hat Frau Regierungspräsidentin Susanne Bay Teilnehmende aus Politik und Verwaltung eingeladen, mit dem Ziel den Planungsstand und mögliche Planungsbeschleunigungen im direkten Austausch zu besprechen.

Teilnehmende des runden Tischs unter Leitung des Regierungspräsidiums Stuttgart am 03.08.2026

  • Regierungspräsidium Stuttgart: Regierungspräsidentin Susanne Bay, Heiko Engelhard (Leiter des Mobilitätsabteilung), Hermann Klyeisen (stellvertretender Leiter der Mobilitätsabteilung), Christian Schwarz (Leiter des Referats Ingenieurbau)
  • Verkehrsministerium Baden-Württemberg: Stefan Heß (Leiter der Straßenbauabteilung) und Dr. Tim Weirich (VM-Fachreferent)
  • Landrat Dietmar Allgaier und fachliche Begleitung des LRA Ludwigsburg (Verkehrsbehörde, Straßenbauamt)
  • Bürgermeister
    Dr. Florian Bargmann (Besigheim) und fachliche Begleitung
    Christoph Herre (Walheim)
    Mario Dittmann (Gemmrigheim)
    Günther Pilz (Hessigheim)
    Uwe Seibold (Kirchheim am Neckar)
    Boris Seitz (Mundelsheim) – wurde vertreten
  • Abgeordnete
    Fabian Gramling MdB – wurde vertreten
    Tobias Vogt MdL
    Tayfun Tok MdL
  • Walter Braun, Leiter WSA
  • Ralf Neulinger, Technischer Vorstand Neckar AG, und Dr. Jörg Franke, EnBW-Konzernexperte Bauwerkssicherheit & Infrastruktur Wasserkraft

Kontakt

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