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Rückhaltebecken Murr Oppenweiler

Zahlen & Fakten

  • Gewässer: Murr
  • Gemeinde: Oppenweiler
  • Landkreis: Rems-Murr-Kreis
  • Auftraggeber: Wasserverband Murrtal
  • Vorhabensträger: Regierungspräsidium Stuttgart
     
  • Einzugsgebietsgröße: 181 km²
  • Schutzgrad des Beckens: HQ100 mit Klimazuschlag
  • Hochwasserrückhaltevolumen: 850.000 m³
  • Maße Einstau-Bereich: 1,2 x 0,5 km (ca. 80 Fußballfelder)
  • Höhe Absperrbauwerk: 8,6 m
     
  • Planfeststellungsbeschluss: 05.09.2017
  • Baubeginn: 20.09.2022
  • Bauzeit: ca. 4,5 Jahre
  • Fertigstellung (geplant): 2027 (2. Quartal)
     
  • Kosten: 29 Mio. Euro (Stand 2025)
  • Förderung durch das Land BW: 70 %

Ausgangslage

Aufgrund wiederkehrender Hochwasserereignisse entlang der Murr wurde Anfang der 2000er Jahre eine Flussgebietsuntersuchung durchgeführt, um die bestehende Hochwassergefahr im Murrtal darzustellen und eine Planungsgrundlage für bauliche Schutzmaßnahmen zu schaffen. Das Ingenieurbüro Winkler und Partner erarbeitete 2004 ein Hochwasserschutzkonzept für die Murr, das alle Anrainerkommunen vor einem Hochwasserereignis, das statistisch einmal in 100 Jahren auftritt, schützen soll. Das Konzept wurde später um den Änderungsfaktor "Klima" ergänzt, der von einem erhöhten Abfluss infolge des Klimawandels ausgeht. Neben dem Wasserrückhalt außerorts sieht das Konzept auch mehrere innerörtliche Hochwasserschutzmaßnahmen vor, wie die Herstellung oder Ertüchtigung von Dämmen und Mauern.

Die größte bauliche Maßnahme im Hochwasserschutzkonzept stellt das Hochwasserrückhaltebecken (HRB) Oppenweiler nördlich der gleichnamigen Gemeinde dar. Durch den Bau des HRBs soll die Hochwassergefahr entlang der Murr minimiert werden. In Oppenweiler und Backnang wird eine deutliche Reduzierung der Hochwasserspitzen durch den Einstau im Becken erzielt, sodass die Ortslagen vor einem HQ100+Klima geschützt werden. Zudem trägt das HRB zum überörtlichen Hochwasserschutz bei.

Der Bau des HRB Oppenweiler wurde in vier Abschnitten umgesetzt, wobei die Arbeiten am vierten Bauabschnitt Anfang 2027 fertiggestellt werden sollen. Die Bauabschnitte umfassen u.a.:

  • Bauabschnitt I: Weg- und Leitungsumlegungen, Neubau der Pegel Oppenweiler und Lauter (fertiggestellt durch Fa. Mayer GmbH Garten- und Landschaftsbau im Juni 2023)
  • Bauabschnitt II: Durchlassbauwerk, das die Steuerung des Abflusses im Becken ermöglicht und durch eine festgesetzte Regelabgabe die Hochwassergefährdung für die Unterlieger reduziert (fertiggestellt durch Fa. Leonhard Weiss im März 2025)
  • Bauabschnitt III: Schlauchwehr, dass das ankommende Wasser in Abhängigkeit des Wasserstands über die Wasserkraftanlage, das Umgehungsgerinne für Fische oder das Murrbett leitet (fertiggestellt durch Fa. Leonhard Weiss im Februar 2026)
  • Bauabschnitt IV: Dammbauwerk, Umgehungsgerinne und Niedrigwasserrinne (begonnen von Fa. Wolff & Müller im März 2026)

Parallel zur baulichen Umsetzung finden kontinuierliche ökologische Baubegleitmaßnahmen durch das Büro Roosplan statt, um Ersatzhabitate zu schaffen, Ausgleichsmaßnahmen durchzuführen und Biotope aufzuwerten und zu schützen. Zudem wurden geologische und bodenkundliche Gutachten erstellt. Die Umsetzung während der gesamten Bauphase wird in der geotechnischen Baubegleitung durch das Büro Geotechnik Aalen überwacht..

Das HRB Oppenweiler wird als offenes Erdbecken ausgeführt. Bei Normalwasserstand kann das Murrwasser zur Stromerzeugung in der Wasserkraftanlage genutzt werden. Das neue Umgehungsgerinne stellt die ökologische Durchgängigkeit der Murr für Fische her. Bei Hochwasser senkt sich das mit Luft gefüllte Schlauchwehr und das anfallende Wasser kann in Richtung Durchlassbauwerk abfließen. Die Hauptdämme des Durchlassbauwerks reichen im Osten bis an die Bahnlinie Reichenbach bzw. bis zum Ortsteil Ellenweiler im Westen. Am Durchlassbauwerk erfolgt die, auf die Unterlieger abgestimmte, Steuerung des Abflusses. Die moderne Steuerungs-, Regelungs- und Überwachungstechnik in den Dämmen und an den Durchlassbauwerken sorgt für eine optimale Kontrolle der Bauwerke und ermöglicht ein gezieltes Einstau- und Entleerungsmanagement des HRB. Für Niedrigwasserperioden wurde eine Niedrigwasserrinne im Murrbett geschaffen, um eine dauerhafte Wasserführung für aquatische Lebewesen zu gewährleisten.